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Nur noch eine Titelchance für FFC Frankfurt

Frankfurt/Main (dpa) - 06.06.2004, 10:32 Uhr

Nach ihrer Niederlage stehen die Frankfurterinnen beisammen.
Nach ihrer Niederlage stehen die Frankfurterinnen beisammen.

Nach dem zweiten Debakel innerhalb einer Woche läuft der 1. FFC Frankfurt Gefahr, erstmals seit 1999 eine Saison ohne Titel abzuschließen.

Dem verpassten Pokalsieg gegen Turbine Potsdam folgte mit dem 0:5 (0:2) im Final-Rückspiel des UEFA-Pokals gegen den schwedischen Titelverteidiger Umeå IK die höchste Niederlage in der Vereinsgeschichte. Im Bundesliga-Finale steht gegen Potsdam der Meistertitel auf dem Spiel. «Ich bin zuversichtlich für die nächste Woche», machte Trainerin Monika Staab sich und ihrer Mannschaft trotz des Rückschlags Mut.

«Einige sind platt. Wir müssen jetzt positiv denken. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt, Fußball spielen kann. Das macht mir Hoffnung», sagte Staab. Die erfolgreichste Vereinstrainerin Deutschlands ist in den kommenden Tagen als Psychologin gefordert, um ihre verunsicherten Leistungsträgerinnen wieder aufzurichten. «Gegen Potsdam haben wir den nächsten Matchball, den wollen wir verwandeln. Dafür werden wir noch einmal alle Kräfte mobilisieren», versprach Staab.

Umeå IK zeigte dem FFC Frankfurt in beiden Spielen die derzeitigen Grenzen auf. «So macht man Tore», schnalzte nicht nur Staab mit der Zunge. «Sie haben Spielerinnen, die Spiele entscheiden können», analysierte sie. Das galt vor allem für die brasilianische Nationalspielerin Marta, die nach 27 Minuten den Torreigen vor 9500 Zuschauern eröffnete. Danach hatten Frida Östberg (45.+1), Anna Sjöström (49., 70.) und Malin Moström (68.) leichtes Spiel.

Sorgen macht Staab die mangelhafte Chancenauswertung in der ersten Halbzeit. Vor allem Birgit Prinz hat Ladehemmung. Seit Wochen wartet die Weltfußballerin auf einen Treffer. «Heute war es schon besser. Sie ist bemüht, Birgit gibt nicht auf», meinte die FFC-Trainerin, die intensive Gespräche mit Prinz ankündigte. Gut tat dem FFC-Spiel die Rückkehr von Weltmeisterin Renate Lingor, auch wenn die Kräfte der 28-Jährigen nur eine Halbzeit lang reichten. Lob heimste Torhüterin Marleen Wissink ein. «Sie ist unser Rückhalt», sagte Staab über die Holländerin, die vor der Partie wegen Rückenproblemen eine schmerzstillende Spritze erhalten hatte.

FFC-Manager Siegfried Dietrich vermied nach dem Debakel harte Worte. «Eine Analyse gibt es nach der Saison. Sicher müssen wir uns ergänzen, um an frühere Erfolge anknüpfen zu können», meinte er. Auch ohne internationales Geschäft könne der FFC Frankfurt auf gleichem Niveau weiter machen. «Wir haben ein Polster», sagte Dietrich, der die Plattform UEFA-Pokal aber nur zu gern auch künftig nutzen würde. «Das bringt uns Popularität. Der UEFA-Pokal ist lukrativer als das DFB-Pokal-Finale.»


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