FFC und Turbine mit Patzern im UEFA-Pokal
Potsdam (dpa) - 20.11.2005, 17:16 Uhr
Die Potsdamerin Mittag (l) und die Stockholmerin Brogarde rennen nach dem Ball.
Das erste deutsche Finale um den UEFA-Pokal im Frauen-Fußball ist in weite Ferne gerückt. Titelverteidiger SSV Turbine Potsdam verspielte im Halbfinal-Hinspiel gegen den schwedischen Cup-Gewinner Djurgarden Älvsjö einen 0:2-Vorsprung und unterlag am Ende mit 2:3. Ebenfalls vor eigener Kulisse patzte der deutsche Meister 1. FFC Frankfurt und verlor mit 0:1 (0:0) gegen den französischen Titelträger Montpellier HSC. Beide Mannschaften müssen in den Rückspielen - Frankfurt tritt in Montpellier und Potsdam in Stockholm an - mit zwei Toren Unterschied gewinnen. Vor 1616 Zuschauern im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion schienen die Potsdamerinnen von Trainer Bernd Schröder die Tür zum Finale bereits weit aufgestoßen zu haben. Unter den Augen des Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger hatten die Brasilianerin Cristiane (11.) und Conny Pohlers (26.) die Überlegenheit der Brandenburgerinnen in der ersten Hälfte in Tore umgemünzt.
Doch in den letzten zwölf Minuten der Neuauflage des Finals der vergangenen Saison wendeten die Gäste das Blatt. In der 78. Minute traf Linda Fagerström, zehn Minuten später Laura Kalmari, ehe Victoria Svensson den Turbine-Hoffnungen zumindest auf die Möglichkeit der Titelverteidigung einen gewaltigen Dämpfer versetzten. Für die Potsdamerinnen war es im Vergleich beider Mannschaften die erste Niederlage, nachdem sie beide Finalspiele im Mai auswärts mit 2:0 und zu Hause mit 3:1 gewonnen hatten. Ebenso deutlich gesunken sind die Frankfurter Chancen auf das Finale. «Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren. Ich erwarte eine entsprechende Reaktion im Rückspiel», kommentierte FFC-Trainer Hans-Jürgen Tritschoks die Niederlage des fünfmaligen deutschen Meisters, der gegen die rustikal zur Sache gehenden Französinnen nie richtig in die Partie fand. «Das war nur Brechen, wir haben überhaupt nicht miteinander gespielt», schimpfte Nationalspielerin Renate Lingor. Den entscheidenden Treffer kassierten die Frankfurterinnen, die als bislang als einzige Mannschaft in der fünfjährigen Geschichte zum vierten Mal die Vorschlussrunde erreicht und 2002 den Titel errungen hatten, fünf Minuten nach dem Seitenwechsel durch Luduvine Diguelman. «Wir haben uns nicht gewehrt», monierte Sandra Smisek, während Trainer Tritschok vor dem Rückspiel am kommenden Samstag den Stab noch nicht über seiner Mannschaft brechen wollte: «Natürlich hatten wir uns mehr erhofft, aber Kompliment an meine Mannschaft, wie sie nach dem Rückstand alles versucht hat.» Montpellier habe sich nur hintenrein gestellt und sehr unfair gespielt.
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