Neid vor Heimdebüt als DFB-Trainerin: Sieg Pflicht
Siegen (dpa) - 23.09.2005, 12:05 Uhr
DFB-Trainerin Sivia Neid (r) - hier noch als Assistentin von Tina Theune-Meyer.
Für Silvia Neid schließt sich der Kreis. Vor acht Jahren beendete die 111-malige Nationalspielerin in Siegen ihre großartige Laufbahn, nun kehrt die 41-Jährige als Cheftrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in ihre Heimat zurück. Die Nachfolgerin von Tina Theune-Meyer feiert anm 25. September im Leimbachstadion ihr Heimdebüt. Gegner des Welt- und Europameisters im ersten WM-Qualifikationsspiel ist Russland. Für Neid ist es eine Reise in die Vergangenheit mit besonderem Reiz. «Nicht so sehr, weil es mein erstes Heimländerspiel, sondern weil es ein WM-Qualifikationsspiel ist, und wir auf einen starken Gegner treffen», sagte Neid, «wir dürfen Russland nicht auf die leichte Schulter nehmen.» Die Elf von Trainer Juri Bystritzky hat wegen des strengen Winters in Russland in der Gruppe 4 als einziges Team bereits drei Partien bestritten und überzeugende Siege gegen Irland (5:1), Schottland (6:0) und die Schweiz (2:0) eingefahren. Respekt ist angebracht. Daher hat Neid die Osteuropäerinnen, deren U 19 in diesem Jahr Europameister wurde, zwei Mal beobachten lassen: «Sie sind ein zweikampfstarkes und technisch versiertes Team, das auf allen Positionen gut besetzt und unangenehm zu spielen ist.»
In bisher 11 Vergleichen mit Russland ging aber nie etwas schief. Die Bilanz weist 9 deutsche Siege und zwei Remis aus. Klar, dass die DFB-Auswahl vor erwarteten 10 000 Fans gegen den Weltranglisten-13. mit der Favoritenrolle leben muss. Und obschon Neid die verletzten Stammkräfte Steffi Jones und Conny Pohlers ersetzen muss, lässt sie keinen Zweifel daran, dass sie von ihrer Elf den gelungenen Start in die WM-Qualifikation erwartet. Auf der Kanada-Reise im August (zwei Siege) testete sie Qualität und Form ihrer Auswahlspielerinnen. «Alle haben überzeugt. Wir sind gut vorbereitet. Ein Sieg ist Pflicht, um gleich vorne dabei zu sein», stellte Neid klar, die sich auf das Treffen mit vielen alten Bekannten in ihrer Heimat freut. Denn mit dem TSV Siegen sammelte sie als Spielerin zahlreiche Titel, ehe «ihr Club» später von der Bildfläche verschwand. Auch für Abwehr-Ass Sandra Minnert, die in der Saison 1999/2000 in Siegen spielte, wird es ein Heimspiel. «Wir wollen den Fans schönen Fußball bieten, aber wichtiger sind die drei Punkte.» Denn nur der Gruppen-Erste fährt zur Weltmeisterschaftsendrunde 2007 nach China. Und eine WM ohne den Titelverteidiger ist schwer vorstellbar. Dieses Jahr stehen für die DFB-Elf noch zwei Qualifikationsspiele am 20. Oktober in Bayreuth gegen Schottland und am 12. November in Ulm gegen die Schweiz an.
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