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Lingor schießt FFC-Frauen ins UEFA-Cup-Endspiel

Frankfurt/Main (dpa) - 12.04.2004, 13:31 Uhr

FFC-Spielerin Birgit Prinz (vorn) setzt sich gegen die schwedische Abwehr durch.
FFC-Spielerin Birgit Prinz (vorn) setzt sich gegen die schwedische Abwehr durch.

Die Frauen des 1. FFC Frankfurt greifen zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte nach der Krone im europäischen Club-Fußball und müssen sich vorerst keine Sorgen um einen möglichen Wechsel von Weltfußballerin Birgit Prinz machen.

Dank eines Hattricks binnen 15 Minuten von Nationalspielerin Renate Lingor fertigte der UEFA-Cup-Gewinner von 2002 im Halbfinal-Rückspiel Malmö FF mit 4:1 (0:0) ab, nachdem das Hinspiel 0:0 ausgegangen aus. Im Finale kommt es am 9. Mai bei Titelverteidiger Umeå IK/Schweden und 5./6. Juni in Frankfurt zur Neuauflage des UEFA-Cup- Endspiels 2002 und des Vorjahres-Halbfinals.

«Eine tolles Kompliment an diese Mannschaft», sagte Trainerin Monika Staab nach dem spannenden Match vor 4600 Zuschauern. Manager Siegfried Dietrich freute sich über «neue wirtschaftliche Perspektiven, die das Erreichen des Finales bedeutet». Wegen der geringen Zuschauerkapazität im eigenen Stadion weichen die Frankfurterinnen im Rückspiel in die Spielstätte des Stadtrivalen FSV aus, wo 12 000 bis 15 000 Zuschauer Platz finden.

Spielerisch und kämpferisch boten die personell stark geschwächten Hessinnen eine tolle Leistung und verkrafteten auch den Rückstand durch Malmös Heidi Kackur (59.). «Das 0:1 war schon ein Schock», meinte Staab. Doch Spielführerin Pia Wunderlich leitete in der 71. Minute mit ihrer direkt verwandelten Ecke die Wende ein.

In der Schlussviertelstunde machte Lingor im Alleingang mit ihrem Hattrick vor den Augen von Weltmeister-Trainerin Tina Theune-Meyer den Finaleinzug klar. «Ich hatte am Morgen schon ein gutes Gefühl», meinte die 86-malige Nationalspielerin Lingor spitzbübisch grinsend, nachdem sie in Malmö bei der «Vereinsauflage» des WM-Endspiels Deutschland - Schweden (2:1) immer wieder an Schwedens Auswahlkeeperin Caroline Jönsson gescheitert war.


«Frankfurt war einfach das bessere Team», meinte Gäste-Coach Anders Johansson, der mit einem angeblich bereits so gut wie feststehenden Wechsel von WM-Torschützenkönigin Prinz nach Malmö laut einer schwedischen Zeitung für Wirbel gesorgt hatte. «Das ist nicht wahr. Ich bin gefragt worden, welche Spielerin ich gern hätte, wenn ich mir auf der Welt eine aussuchen könnte. Da habe ich Birgit Prinz genannt», erklärte Johansson.

Getrübt wurde der Jubel der vom Verletzungspech verfolgten Frankfurterinnen - die Weltmeisterinnen Nia Künzer und Steffi Jones waren nach ihren Kreuzbandrissen nur Zuschauer - durch die Verletzung von Nationalspielerin Bianca Rech. Die 23-Jährige zog sich im dritten Spiel nach ihrem Kreuzbrandriss wahrscheinlich wieder dieselbe Verletzung zu. «Das ist ein ganz großes Schicksal», meinte Dietrich.

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