DFB-Frauen verlieren FIFA-Jubiläumsspiel
Paris (dpa) - 20.05.2004, 20:47 Uhr
Viola Odebrecht (r) bedrängt Malin Moström.
Die deutschen Weltmeisterinnen haben trotz einer Niederlage gegen eine Weltauswahl Werbung in eigener Sache und für den Frauen-Fußball betrieben. Im Jubiläumsspiel zum 100. Geburtstag des Fußball-Weltverbandes FIFA verlor die Mannschaft von Bundestrainerin Tina Theune-Meyer in Paris nach einer 2:1-Halbzeitführung noch mit 2:3. Vor anfangs spärlicher Kulisse, am Ende aber knapp 50 000 Zuschauern im «Stade de France» erzielten WM-Torschützenkönigin Birgit Prinz (27.) und Kerstin Garefrekes (44.) die Tore für die DFB-Auswahl, die anfangs zu viele Chancen vergab und am Ende nach mehreren Auswechslungen die Ordnung verlor. Für das All-Star-Team waren die Schwedinnen Malin Moström (16.) und Victoria Svensson (48.) sowie die Nigerianerin Mercy Akide (71.) erfolgreich. In dem Vorspiel zum Männer-Klassiker zwischen Brasilien und Frankreich, das in 20 Ländern live übertragen wurde, spielten die besten der weltweit rund 22 Millionen Fußballspielerinnen weitgehend befreit von taktischen Zwängen und erfrischend offensiv.
«Es war eine tolle Sache und eine große Auszeichnung für uns. Das Ergebnis ist okay. Ich finde, es war ein sehr munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten», sagte Theune-Meyer. Die DFB-Trainerin setzte alle ihre Spielerinnen ein, wodurch der Spielfluss gestört wurde. «Das Ergebnis war zweitrangig. Ich wollte jeder Spielerin die Gelegenheit geben, nicht nur fünf Minuten zu spielen», meinte Theune-Meyer, die für die Partie auch die inzwischen zurückgetretenen Bettina Wiegmann und Maren Meinert aktiviert hatte. Die zwei Routiniers erwiesen sich als Stützpfeiler in einem spielfreudigen deutschen Team, das allerdings fahrlässig mit der Vielzahl von guten Tormöglichkeiten umging. Vor allem die sonst so treffsichere Frankfurterin Birgit Prinz offenbarte im Abschluss ungewohnte Schwächen. Unglücklich agierte die deutsche Sturmführerin auch in einem Luftkampf mit Torhüterin Caroline Joenssen, nach dem die Schwedin bereits in der 12. Minute mit einer leichten Gehirnerschütterung das Tor räumen musste. Dies war aber auch die einzige betrübliche Aktion in einem ansonsten sehr ansehnlichen Kräftemessen. Die meiste Stimmung auf den Rängen kam allerdings nicht bei den Toren auf, sondern als Frankreichs Superstar Zinedine Zidane und Brasiliens WM-Schütze Ronaldo vor ihrem eigenen Duell als Kiebitze an den Spielfeldrand traten.
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