Auch ein jüdisches Mädchen könnte in der palästinensischen Nationalmannschaft spielen, meint Kapitänin Jaklin Jazrawi. Sie hat Biologie studiert und arbeitet jetzt als Sportlehrerin und Ausbilderin an einer Akademie mit 40 jungen Mädchen an der Fußball-Zukunft. «Das ist die neue Generation», sagt sie mit leuchtenden Augen. Hart waren dagegen die Anfänge - im wahrsten Sinne des Wortes: In der männerdominierten arabischen Welt beanspruchte das «starke Geschlecht» die wenigen Rasenplätze für sich - die Frauen «durften» auf Beton spielen. Viele Verletzungen waren die Folge. «Heute bekommen wir mehr Unterstützung», sagt Jazrawi. Zum ersten Heim-Länderspiel gegen Jordanien kamen rund 10 000 Zuschauer. «Hier sein zu dürfen, hilft uns Anerkennung und Respekt zu finden», betont die 26-Jährige, die ihre Deutschland-Reise auch als Friedensmission sieht. «Denn sie zeigt, dass Palästina nicht nur Krieg bedeutet, sondern auch Lebensfreude. Im Frauenfußball stehen wir noch am Anfang», sagt Jazrawi. «Unser Ziel ist es, aus dem Nichts etwas zu schaffen.» Dazu passt ein großer Wunsch von Nevin Al Kolayb: «In diesen Tagen habe ich immer auch Olympia im Hinterkopf. Welch ein Traum!», sagt die Frau mit dem Kopftuch. «Ich weiß, dass er sich nicht heute oder morgen erfüllen wird und eine lange Entwicklung nötig ist. Aber bei den Bildern aus London werde ich auch ein bisschen dabei sein.»
Turbine Potsdam zu Trainingslager
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