«Wir sind unheimlich stolz auf diese Mannschaft. Sie hat Großartiges geleistet. In einem Finale, in dem sie krasser Außenseiter war, hat sie die Sensation geschafft», schwärmte Rummenigge, dessen Freude später durch die 2:5-Pleite gegen den BVB mächtig getrübt wurde. Denn nichts wurde es mit dem ersten «Club-Double» der deutschen Pokal-Geschichte. Die kräftige «Watschn» für die Männer kann die taktisch und kämpferisch reife Leistung des Wörle-Teams aber nicht schmälern. «Wir mussten gegen den FFC über uns hinauswachsen, das wussten wir. Wie die Mannschaft die Vorgaben von der ersten bis letzten Sekunde umgesetzt hat, ist sensationell», analysierte der 30-jährige Trainer. Als Nachfolger seines Vaters Günther Wörle gelang es dem früheren Zweitligaprofi von Kickers Offenbach und SpVgg Greuther Fürth, eine verschworene Gemeinschaft ohne Stars zu formen. «Uns zeichnet ein extremer Teamgeist aus», bestätigt Längert das Erfolgsrezept. «Wir sind in der schwierigen Saison nie auseinandergefallen.» Dabei standen die Bayern nach einer miserablen Hinrunde als Bundesliga-Vorletzte noch am Abgrund. Nicht zuletzt die Verpflichtung der beiden US-Girls Sarah Hagen und Nicole Cross verlieh dem Team neuen Elan. Beide hätten «mit ihrer typisch amerikanischen Lässigkeit und ihrem Selbstbewusstsein» dazu beigetragen, «dass wir nach der Winterpause die Trendwende geschafft haben», bestätigte Längert den Wert der «richtig guten Fußballerinnen und super Typen». Vor allem die 22-jährige Stürmerin Hagen erwies sich als Volltreffer. Mit 15 Jahren erkrankte sie an Gebärmutterhalskrebs, verlor durch die Chemotherapie ihre Haare, ihre Muskeln, aber nicht ihren Lebensmut. «Ich bin sicher noch stärker aus dieser schweren Krankheit hervorgegangen. Ich war immer positiv und habe gekämpft», erzählte Hagen, die ihre Elf vor 15 678 Fans mit einem Kopfballtor (63.) auf die Siegerstraße brachte. Ivana Rudelic machte den Coup kurz nach ihrer Einwechslung mit dem 2:0 (90.+1) perfekt.
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