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Algarve Cup als Mini-WM: DFB-Frauen proben für EM

Albufeira (dpa) - 08.03.2005, 13:45 Uhr

Die deutsche Frauenfußball- Nationalmannschaft probt beim hochkarätig besetzten Algarve Cup den EM-Ernstfall. Schon das erste Vorrundenspiel der DFB-Elf in Lagos gegen Vize-Weltmeister Schweden ist ein echter Härtetest im Hinblick auf die Europameisterschaft vom 5. bis 19. Juni in England.

«Wir müssen das Turnier in Portugal nutzen, um intensiv zu arbeiten. Hier haben wir Spiele auf höchstem Niveau, weil die gesamte Weltspitze versammelt ist», sagte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer, die ihre 20 Akteurinnen bei angenehmen Temperaturen um 15 Grad in Albufeira zum ersten Training versammelte.

Der Algarve Cup hat den Charakter einer Mini-WM. Gleich sieben Teams aus den Top Ten der FIFA-Weltrangliste sind dabei, sechs Teilnehmer sind auch für die EM-Endrunde qualifiziert. Insgesamt gehen 12 Mannschaften in drei Gruppen an den Start, darunter alle großen Frauenfußball-Nationen wie Olympiasieger USA, Vize- Europameister Schweden, Norwegen, Dänemark, China und die aufstrebenden Französinnen. Nach dem Auftakt gegen Schweden trifft das deutsche Weltmeisterteam in der Gruppe A in Silves auf Ex-Weltmeister Norwegen und in Alvor auf China. Die Partie um Platz drei und das Finale steigen im EM-Stadion von Loulé und werden live bei Eurosport übertragen.

 

Reichlich Gelegenheit also für Erfolgstrainerin Theune-Meyer, die mit ihrer Elf bei der EM im Sommer die Titelverteidigung anstrebt und danach im DFB eine andere Funktion übernehmen soll, einigen Talenten Einsatz- und Bewährungschancen zu geben. «Gerade für die jungen Spielerinnen ist dieses Turnier ein guter Test. Wir werden sehen, wie sie in die Mannschaft passen. Sie können weiter Erfahrung sammeln, je mehr sie spielen, desto besser», meint Theune-Meyer mit Blick auf die vier U-19-Weltmeisterinnen Anja Mittag (Potsdam), Annike Krahn (Duisburg), Melanie Behringer (Freiburg) und Célia Okoyino da Mbabi (Bad Neuenahr). Die Cheftrainerin machte aber auch deutlich, dass der Algarve Cup, den Deutschland noch nie gewann, nicht nur ein besseres Trainingslager ist: «Natürlich wollen wir hier gewinnen.»

Nach dem Turnier geht die harte Auslese für die EM mit zwei Länderspielen gegen Kanada am 21. April in Osnabrück und am 24. April in Hildesheim in die heiße Phase. «Das wird die letzte Chance, sich zu empfehlen. Bei den Spielen gegen Kanada muss der Kader stehen. Angesichts der Schlussphase in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und Europapokal sind im Mai kaum mehr Experimente möglich», betonte Theune-Meyer.

Zwei Routiniers werden im Land der Männer-EURO 2004 voraussichtlich ihr Jubiläum feiern. Abwehrchefin Ariane Hingst (Potsdam) dürfte schon gegen Schweden ihr 100. Länderspiel bestreiten. Regisseurin Renate Lingor (1. FFC Frankfurt) tritt dem «erlauchten Kreis» von zurzeit neun deutschen Spielerinnen mit mehr als 100 Einsätzen wohl zwei Tage später gegen Norwegen bei.


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