FFC-Weltauswahl will Titel - Neue Macht Wolfsburg
Berlin (dpa) - 19.08.2011, 12:56 Uhr
Auch Frankfurts Trainer Sven Kahlert sieht seine Mannschaft ijn der Favoritenrolle.
Trauma-Bewältigung im Alltag: Vier Wochen nach der Heim-WM wollen die Bundesligisten die entfachte Begeisterung für den Frauenfußball weiter schüren und das bittere deutsche Viertelfinalaus vergessen lassen. Dank hoher Investitionen und einem Rekordetat von 1,7 Millionen Euro geht der 1. FFC Frankfurt dabei als großer Titelfavorit in die richtungsweisende Spielzeit. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa haben elf der zwölf Coaches den Branchenkrösus auf ihrer Meisterrechnung. «Es führt kein Weg am 1. FFC Frankfurt vorbei», sagte Milorad Pilipovic vom SC Freiburg vor dem Saisonauftakt am Sonntag, «das ist eine sehr gute Mannschaft, die noch einmal verstärkt wurde. Trotz des Rücktritts von Birgit Prinz gibt es da nur eine Meinung.» Nach dem Karriereende der Rekordnationalspielerin wollen die Hessinnen mit aller Macht Serienmeister Turbine Potsdam entthronen, der die vergangenen drei Titel gewann. Dafür hat Frankfurt mit den prominenten Neuzugängen Fatmire Bajramaj, Kim Kulig, Alexandra Krieger (USA), Japans Weltmeisterin Saki Kumagai und der Neuseeländerin Ria Percival eine kleine Weltauswahl zusammengestellt. «In diesem Jahr wollen wir endgültig auf die Erfolgstraße zurückkehren, forderte Manager Siegfried Dietrich vor dem ersten Auftritt gegen die SG Essen-Schönebeck.
Neben Turbine, die fünf Ligatrainer im Meisterrennen sehen, will Marco Ketelaer mit seinem FCR Duisburg (zwei Nennungen) ebenfalls «in der Spitze mitspielen». Im Dauer-Dreikampf dürfte allerdings auch der aufstrebende VfL Wolfsburg (vier) für Wirbel sorgen. «Wolfsburg hat wieder in Größenordnungen eingekauft, da muss man mehr erwarten», sagte Turbine-Trainer Bernd Schröder, der jedoch weiter die großen Unterschiede zwischen Topclubs und kleineren Vereinen anmahnt: «Wir haben mindestens eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Das Gesamtniveau können wir nur heben, wenn auch der Unterbau besser wird.» Den schmerzhaften Wechsel von Bajramaj zum Hauptkonkurrenten hat der Meistertrainer nach dem aufsehenerregenden Frühsommertheater inzwischen verkraftet. «Mit Lira Bajramaj, auf die sich alles konzentriert hat, auch im eigenen Club, waren wir berechenbar», sagte Schröder, der die Offensivlücke mit der Schwedin Antonia Göransson und Genoveva Anonma aus Äquatorialguinea schließen will. |