Potsdam (dpa) - 16.08.2011, 19:33 Uhr
Einen ungleichen Test gegen Männer haben die Potsdamer Meister-Frauen schon bestanden. Jetzt will der Titelverteidiger, aber entthronte Champions-League-Sieger, mit neuem Personal einen neuen Anlauf nehmen.
«Wir haben eine Mannschaft, die vor allem charakterlich zusammenpasst. Und wir sind nicht schlechter als im vergangenen Jahr», sagte Bernd Schröder, der bei Turbine nun schon in sein 41. Jahr geht, der Nachrichtenagentur dpa.
Der mittlerweile 69-Jährige will den deutschen Frauen-Fußball auch weiterhin mitprägen, von Amtsmüdigkeit oder Rückzugs-Gedanken keine Spur. «Ziel muss es sein, wieder unter die ersten Zwei der Liga zu kommen, möglichst Meister zu werden, im Pokalfinale zu stehen und in der Champions League weit zu kommen», erklärte Schröder.
Nach dem schockierenden WM-Aus der Nationalmannschaft im eigenen Land sieht Schröder den deutschen Frauen-Fußball beschädigt. Die gesamte Struktur müsse überdacht werden, hatte Schröder gefordert, der sich während und nach der Weltmeisterschaft zu einer Art Chefkritiker von Bundestrainerin Silvia Neid gemacht hatte.
Für eine Entschuldigung bei DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht der Turbine-Coach keine Basis: «Sicher kann man über einige Formulierungen sprechen. Aber in der Sache würde ich alles immer wieder so sagen», erklärte der Bundesliga-Meistertrainer von 2004, 2006, 2009, 2010 und 2011. Das will Schröder auch bei einem Vier-Augen-Gespräch Neid nochmals deutlich machen.