Turbine: Kein Blick für Big Ben - Hotel-Ärger
London (dpa) - 25.05.2011, 16:19 Uhr
Die Spielerinnen von Turbine Potsdam jubeln nach dem Sieg im Champions-League-Finale 2010.
Für den Big Ben und die anderen Sehenswürdigkeiten an der Themse hatten Lira Bajramaj und ihre Kolleginnen keinen Blick. Das berühmte Londoner Hard-Rock-Café aber ist für die erhoffte Siegesfeier schon gebucht. 371 Tage nach dem Elfmeterkrimi von Getafe will Turbine Potsdam m Stadion Craven Cottage gegen Olympique Lyon den Vorjahres-Triumph in der Champions League der Frauen wiederholen. Allerdings bremst Trainer Bernd Schröder allzu großen Optimismus: «Wir sind auf keinen Fall Favorit für dieses Spiel.» Die Vorbereitung war kompliziert, im Teamhotel gab es Ärger um verschimmelte Zimmer. Grund aber ist vor allem das derzeit laufende WM-Training der deutschen Fußball-Damen. Fatmire «Lira» Bajramaj, Babett Peter, Josephine Henning, Anja Mittag und Bianca Schmidt haben seit dem Ende der Meisterschaft am 13. März kaum mit den im Bundesliga-Cup beschäftigten Mitspielerinnen geübt. «Unsere Mannschaft ist zurzeit eine Wundertüte», sagte Altmeister Schröder (68). «Wir wissen nicht, wie sich unsere Nationalspielerinnen in das Konzept einfügen und in welcher Verfassung sie sind.»
Am Mittwoch feilte Schröder im Stadion des FC Brentford am Zusammenspiel, nachdem ein Stau im Londoner Verkehrswahnsinn das Vormittagstraining verzögert hatte. Für Bajramaj und Henning wird es der letzte Auftritt im Turbine-Trikot. Bajramaj wechselt zum Erzrivalen 1. FFC Frankfurt, Henning zieht nach Wolfsburg. Alle Augen werden besonders auf die 23 Jahre alte Bajramaj gerichtet sein. «Es ist eine Spielerin, die sich mit dem Abschied nicht beschäftigen wird. Ich glaube nicht, dass sie sich Gedanken macht», sagte Schröder zu möglichen Nebenwirkungen. Anders als einige ihrer Nationalmannschafts-Kolleginnen muss Bajramaj nicht mehr bangen, wenn Bundestrainerin Silvia Neid am Freitag ihren WM-Kader von 26 auf 21 Spielerinnen reduziert. |