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Frankfurts «starke Frauen»: Fußballerinnen feiern

Frankfurt/Main (dpa) - 27.03.2011, 15:39 Uhr

Bundespräsident Christian Wulff (r) übergibt der Frankfurter Keeperin in Nadine Angerer den DFB-Pokal.
Bundespräsident Christian Wulff (r) übergibt der Frankfurter Keeperin in Nadine Angerer den DFB-Pokal.

Erst reckte Nadine Angerer die Silber- Trophäe in die Höhe, dann gestand sie sportlich fair ihren Fehlflug ein und freute sich auf einige entspannte Tage bis zum Start der WM-Vorbereitung.

«Ich bin durch. Ich mache jetzt erstmal zwei Wochen Urlaub und fahre zum Tauchen», sagte die deutsche Nationaltorhüterin nach dem achten DFB-Pokalsieg des 1. FFC Frankfurt in Köln. Am 11. April beginnt für die Nationalspielerinnen mit dem Technik-Lehrgang in Bitburg die Vorbereitung auf die Heim-Weltmeisterschaft. Möglicherweise fehlt da Frankfurts Mittelfeldspielerin Ariane Hingst - Verdacht auf Bänderriss. «Der Knöchel ist dick geschwollen», sagte Trainer Sven Kahlert beim Empfang des Cupsiegers im Frankfurter Römer.

Sechs weitere Lehrgänge und vier Test-Länderspiele folgen für die DFB-Auswahl bis zum Eröffnungsspiel am 26. Juni in Berlin gegen Kanada. «Das wird kein Zuckerschlecken», meinte Angerer schmunzelnd, die sich wie Rekordnationalspielerin Birgit Prinz aber auf die Quälerei freut. «Ich gehe optimal in die Vorbereitung», sagte Prinz nach ihrem womöglich letzten Auftritt im FFC-Trikot.

Ihr Vertrag läuft aus, und noch ist nicht klar, ob die 33-Jährige, die ihre internationale Karriere nach der WM beendet, im Verein weitermacht. «Wir setzen uns nach der WM zusammen, um ihre Zukunft zu klären», erklärte FFC-Manager Siegfried Dietrich.

Lange feierte das Team um Angerer und Prinz den glücklichen 2:1 (1:1)-Sieg gegen den deutschen Meister Turbine Potsdam im «12. Mann», dem VIP-Bereich des Rhein-Energie-Stadions. «Als wir ins Bett gegangen sind, war es bereits hell - nach Sommerzeit», meinte Kahlert. Die Revanche für knapp entgangene Meisterehren und die drei Cup-Endspielniederlagen (2004 bis 2006) gegen den Dauerrivalen sorgte bei den Hessinnen für Genugtuung. Schließlich war es der erste Titel nach drei Jahren.


«Es ist ein Traum, dass wir im WM-Jahr wieder in die Erfolgsspur gefunden haben», schwärmte Dietrich. Der umtriebige Manager schenkte im Frankfurter Rathaus, wo etwa 200 Fans auf den Cupsieger warteten, seine Medaille Oberbürgermeisterin Petra Roth. «Frankfurt hat starke Frauen. Frauen, die siegen können», rief die CDU-Politikerin vom Balkon.

Als faire Verlierer entpuppten sich die Brandenburgerinnen, auch wenn das angestrebte «Triple» nicht mehr drin ist. «Frankfurt hatte die bessere Einzelspielerinnen und war um dieses eine Tor besser», sagte Trainer Bernd Schröder, dessen Elf nun die erfolgreiche Titelverteidigung in der Champions League ins Visier nimmt. Mit einem zu großen Kräfteverschleiß rechnet Schröder nicht. «Wir haben 14 Tage Zeit, um uns auf das erste Halbfinale in Duisburg vorzubereiten.»

Die Zuschauer bekamen einen WM-Vorgeschmack. Schließlich standen insgesamt elf Akteurinnen auf dem Platz, die zum vorläufigen WM-Kader von Silvia Neid gehören. Die Bundestrainerin, die gemeinsam mit Bundespräsident Christian Wulff und DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg die Siegerehrung vornahm, sah aber auch, dass sie noch viel Arbeit vor sich hat. «Das Spiel lebte von der Spannung», sagte Neid.

Die beiden besten deutschen Clubteams boten kein Fußballfest. Selbst die Tore von Svenja Huth (15.) und Kerstin Garefrekes (48.) sowie Turbine-Stürmerin Yuki Nagasako (42.) waren von Patzern des Gegners begünstigt. Hinzu kam eine Fehlentscheidung von Schiedsrichterin Christina Jaworek, die in der 55. Minute einen korrekten Freistoßtreffer von Jennifer Zietz nicht anerkannte, weil Babett Peter Nationalkeeperin Angerer behindert haben soll. «Ich denke, es war ein reguläres Tor. Da haben wir Glück gehabt», gestand Angerer. «Das wäre das 2:2 gewesen. Vielleicht wäre es dann anders ausgegangen», meinte Schröder. «Aber das ist hypothetisch.»

Ob Köln auch 2012 zum Frauenfußball-«Mekka» wird, ist offen. «Wir werden das in Ruhe auswerten. Es geht auch um die Rahmenbedingungen», sagte Ratzeburg. Die Entscheidung will das DFB-Präsidium im Mai treffen. Nur 20 312 Fans - gut 6000 weniger als bei der Vorjahres-Premiere - waren okay, aber kein Grund zur Euphorie. «Vielleicht haben wir im nächsten Jahr 30 000», meinte Ratzeburg.

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