Ära Theune-Meyer geht mit EM zu Ende
Düsseldorf/Bonn (dpa) - 23.01.2005, 14:31 Uhr
Silvia Neid im März 2004.
Ende einer erfolgreichen Ära: Tina Theune- Meyer hat überraschend ihren Rückzug als Cheftrainerin der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft zum Ende der Europameisterschaft in England (5. bis 19. Juni) erklärt. «Meine Entscheidung stand schon länger fest. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Ich will mal andere Dinge machen und mehr Zeit haben für private Dinge. Seit vielen Jahren ist mein Leben nur dem Fußball gewidmet», sagte die 51 Jahre alte Fußball-Lehrerin der dpa. Theune-Meyer betonte, dass ihre ganze Konzentration aber noch der EM-Endrunde gelte. «Bis dahin werde ich meinen Job, der mir noch immer viel Spaß macht, mit der gleichen Intensität und Energie ausführen wie bisher.» Ihr Rückzug zum 31. Juli 2005 war durch den Geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Theo Zwanziger, am Rande des DFB-Hallen-Pokals in Bonn bekannt geworden. Dort erklärte Zwanziger, dass die bisherige Assistenz- und U 19-Trainerin Silvia Neid die Nachfolge als Cheftrainerin des Welt- und Europameister antreten wird. «Es ist schade, dass es jetzt schon herausgekommen ist, weil noch Gespräche geführt werden sollten», meinte Theune-Meyer. Die Amtsübernahme durch Neid muss auf der DFB-Präsidiumssitzung am 4. Februar offiziell beschlossen werden. Offen ist, wer künftig die U 19-Auswahl betreuen soll.
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Die Hintergründe von Theune-Meyers Rückzug waren zunächst unklar. DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder betonte in einem dpa-Gespräch, dass es Theune-Meyers eigener Entschluss war. «Sie hat mir gesagt, dass sie nicht mehr an vorderster Front auf dem Platz stehen will. Wir respektieren das. Sie hat über Jahre hinweg vorzügliche Arbeit geleistet. Die Frauen-Nationalmannschaft ist zum Aushängeschild des deutschen Fußballs geworden», betonte «MV», der die erfolgreichste Trainerin der Welt zum Weitermachen überreden wollte. Theune-Meyer soll dem DFB auf jeden Fall in verantwortlicher Position erhalten bleiben. «Das werden wir in Ruhe besprechen. Sie soll mehr administrative Aufgaben erhalten. Was genau sie machen wird, steht noch nicht fest», bestätigte Mayer-Vorfelder. Laut Theune-Meyer ist eine Zweidrittelstelle mit Aufgaben im Bereich der Ausbildung und Talentsichtung, nicht nur im Mädchen- und Frauenfußball, angedacht. «Das ist eine tolle Sache.» |