Silvia Neid soll die Nachfolge von Tina Theune-Meyer antreten, die ihren am 30. Juni auslaufenden Vertrag als Nationaltrainerin beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht verlängern wird.
Dies sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger am Rande des DFB-Hallenpokals der Frauenfußball-Bundesliga in Bonn. Nach der EM im Juni in England soll die bisherige Co- und U19-Trainerin Neid den fünfmaligen Europameister betreuen. Theune- Meyer soll dem DFB in anderer verantwortungsvoller Funktion erhalten bleiben.
Auf einer DFB-Präsidiumssitzung am 4. Februar soll die Wachablösung beschlossen werden. Es wurden bereits intensive Vorgespräche geführt. Theune-Meyer sagte: «Mein Entschluss steht schon seit längerer Zeit fest. Doch zunächst gilt meine volle Konzentration der EM-Endrunde. Der Job bereitet mir nach wie vor noch viel Spaß.» Die genauen Hintergründe des Rückzugs sind bislang noch unklar. Die 40 Jahre alte Nachfolgerin meinte: «Es freut mich, dass der DFB mir dieses Vertrauen entgegenbringt. Wir müssen nur noch einige Details besprechen.»
Mit Tina Theune-Meyer verliert die Frauen-Nationalmannschaft die erfolgreichste Fußball-Trainerin der Welt. Die 51-Jährige trat nach den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta das Erbe von Gero Bisanz an und führte das Team in die Weltspitze. Die in Kleve geborene Diplom- Sportlehrerin gewann mit der DFB-Auswahl zahlreiche Titel, darunter die WM 2003 und zwei olympische Bronzemedaillen 2000 und 2004. Zudem war sie an allen fünf EM-Titeln als Trainerin beteiligt, bei den letzten Erfolgen 1997 und 2001 in leitender Funktion. Neid, seit 1996 beim DFB, führte die U19-Auswahl im vergangenen November zum WM-Triumph.