Euro-Quali in Asien: Kasachstan macht's möglich
Astana (dpa) - 11.10.2010, 10:04 Uhr
Eine Ehrenwache steht vor dem Palast von Astana vor der Skyline der Hauptstadt Kasachstans.
Deutschlands EM-Qualifikationsgegner Kasachstan ist seit April 2002 UEFA-Mitglied. Obwohl das Land zu mehr als 95 Prozent in Asien liegt, kann es der Europäischen Fußball-Union angehören. Die Statuten des Kontinentalverbandes erlauben eine Mitgliedschaft, sofern zumindest ein Teil des Landes geografisch zu Europa gehört. Daher nimmt das flächenmäßig neuntgrößte Land der Erde auch an der Ausscheidungsrunde zur EM 2012 teil. Im Februar wurde Kasachstan Deutschland als Gegner in der Gruppe A zugelost. Nach dem Ende der Sowjetunion 1991 schlossen sich die neu entstandenen oder wieder gegründeten nationalen Fußballverbände unterschiedlichen Konföderationen des Weltverbandes FIFA an. Aserbaidschan oder Armenien traten wie Russland der UEFA bei. Tadschikistan, Usbekistan und auch Kasachstan gehörten fortan dem Asisatischen Fußballverband (AFC) an.
In den Metropolen Almaty und Astana bestand jedoch stets das Bestreben - gerade auch von vielen Fußballspielern selbst - sich gen Westen zu orientieren. «Nur der Wettkampf mit den Stärksten lässt uns selbst noch stärker werden», sagte Verbandspräsident Adilbek Dschaksibekow in einem ZDF-Interview. Der starke Mann des kasachischen Fußballs ist auch Verteidigungsminister des Landes. Ende des letzten Jahrhunderts wurde der Konföderationenwechsel eingeleitet, der mit dem Beschluss des UEFA-Kongresses in Stockholm 2002 umgesetzt wurde. Der UEFA-Kongress, die jährliche Versammlung aller derzeit 53 nationalen Verbände, beschließt per Mehrheitsentscheid die Aufnahme von neuen Mitgliedern. Für eine EM oder WM konnte sich Kasachstan bislang nicht qualifizieren. Die FIFA als Dachorganisationen erlaubt in Ausnahmefällen den Übertritt in andere Kontinentalverbände. So konnte auch Israel 1994 UEFA-Mitglied werden, obwohl das Land komplett in Asien liegt. Wegen der politischen Spannungen mit vielen arabischen Ländern hatte Israel den Wechsel vom AFC zur UEFA vollzogen.
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