Hamit Altintop schrieb vor dem emotionalen Prestigeduell schon neckische SMS an seine Münchner Kollegen Philipp Lahm, Holger Badstuber, Thomas Müller, Toni Kroos und Miroslav Klose. Sollten die Adduktoren beim Türken wider Erwarten doch zu sehr zwicken, wird Hiddink aber auch nicht bange. Er habe Vertrauen in alle seine Spieler, «wer auch immer spielt», meinte der Niederländer, der nach dem WM-Quali-Aus als Trainer Russlands vor einem Jahr ausgerechnet mit Deutschland noch eine Rechnung offen hat. Halil Altintop muss dagegen schon auf eine große Formationsrochade hoffen, um am Freitag die Nationalhymne auf dem Spielfeld zu hören. Hinter Tuncay Sanli, Nihat Kahveci und Semih Sentürk ist der Frankfurter wohl nur vierte Wahl. Dennoch freut sich der gebürtige Gelsenkirchener auf die Partie: «Das wird ein Spiel, das von Freundschaft geprägt ist - und das wir gewinnen werden.» Für das Sportblatt «Fotomatch» ist dagegen die «Zeit für den Angriff» gekommen. Die stimmgewaltigen türkischen Fans sorgten schon im Vorfeld der Partie für das passende Umfeld. Vor der Nobelherberge ihrer Lieblinge in der Nähe des Brandenburger Tors im Herzen Berlins warteten Dutzende auf ein Zeichen der Stars. Mit der Beschaulichkeit am Schwielowsee war es auf jeden Fall vorbei. Offiziell 11 000 türkische Fans - Schätzungen zufolge aber wohl mehr als 30 000 fanatische Anhänger - versprechen der Hiddink-Elf Heimspiel-Atmosphäre. Und dieser ist nicht abgeneigt: «Das wird eine sehr gute Kulisse, und wir erwarten die Hilfe von der Hälfte des Publikums. Das wäre sehr gut für die Mannschaft.» Ein «Auswärtsspiel» im eigenen Land haben die Türken dem DFB-Team schon 1999 beschert, als Dreiviertel der Ränge im Olympiastadion in München beim torlosen Remis rot leuchteten. Weniger erfreulich ging dagegen das bis dato letzte Länderspiel in Berlin 1983 zwischen den beiden Nationen über die Bühne: Von befürchteten rassistischen Anschlägen abgeschreckt, verirrten sich beim 5:1 der Deutschen nur rund 40 000 Fans ins Olympiastadion.
Video Deutschland - Türkei (Hiddink und Altintop im Interview):
 |