Dass Löw sein Personal zumindest für einen Doppelspieltag auf den Punkt geistig und körperlich fit bekommt, hatte er schon zum Start in die EM-Ausscheidung mit Siegen gegen Belgien (1:0) und Aserbaidschan (6:1) bewiesen. Nun soll am 8. Oktober in Berlin gegen besonders motivierte Türken, die in der Qualifikations-Gruppe A ebenfalls noch ohne Verlustpunkt sind, und vier Tage später in Astana gegen Kasachstan der nächste Schritt Richtung EM-Endrunde 2012 folgen. Einen ersten Vorgeschmack auf die erwartete heiße Stimmung im mit 74 244 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion, wo bis zu 30 000 türkische Fans erwartet werden, gab es schon. Mehrere hundert türkische Fans empfingen das Team von Coach Guus Hiddink am Flughafen Tegel mit Sprechchören und Beifall. «Es ist positiv, dass wir nach der anstrengenden Weltmeisterschaft so gut gestartet sind. Es muss unser Ziel sein, uns so schnell wie möglich für die EM zu qualifizieren», erklärte der Stuttgarter Cacau, der ab sofort als offizieller DFB-Integrationsbotschafter wirkt. «Am Anfang merkt man schon, dass einem die Vorbereitung und damit etwas Kraft fehlt», räumte Cacau ein. Die Probleme seines VfB als Bundesliga-Schlusslicht hätten auch mit den WM-Nachwehen zu tun - aber «es wird immer besser». Die Spieler haben hundertprozentiges Vertrauen in Löw, dessen Assistenten und die medizinische Abteilung des DFB, wie der länger verletzte Jérome Boateng vor dem Treff der 21 Spieler im Berliner Hotel Grand Hyatt am Potsdamer Platz verdeutlichte. «Ich bin noch nicht bei hundert Prozent. Aber ich werde mir die Fitness beim DFB wiederholen», sagte der 22-Jährige von Manchester City. Boateng bewirbt sich um den einzig vakanten Posten in Löws Startelf in der Vierer-Abwehrkette - höchstwahrscheinlich auf links. Denn Kapitän Philipp Lahm soll anders als jüngst gegen Aserbaidschan wieder rechts spielen, wie Löw schon vor dem ersten Training am Dienstag um 10.00 Uhr verdeutlichte: «Wenn nicht alle Stricke reißen, wird er grundsätzlich auf rechts verteidigen, auch gegen die Türkei.» Für die Außenpositionen gelten nach dem Ausfall des Hamburgers Marcell Jansen noch dessen HSV-Kollege Heiko Westermann und der Wolfsburger Sascha Riether als Alternativen. Die Ehrung beim Bundespräsidenten sieht Löw «stellvertretend für alle, die bei der WM mit am Erfolg gearbeitet haben». Und es sei auch eine Auszeichnung für die Grundwerte bei der Nationalmannschaft: Respekt, Ehrgeiz, Fairplay. «Es ist für mich als Trainer auch sehr wichtig, wie wir als Mannschaft im Ausland auftreten, wo jeder Spieler seine Pflicht hat, seine Nation und seine Landsleute positiv zu repräsentieren. Das ist uns auch gut gelungen», betonte Löw.
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