«Es gibt auch noch andere hervorragende Mittelfeldspieler in Deutschland. Ich schaue nicht auf andere, ich schaue auf mich», sagte jetzt Khedira, der im DFB-Team keinen Zentimeter seines errungenen Terrains wieder abgeben will und lieber weiter an seinen Fähigkeiten arbeiten möchte: «Wenn man sich zu sicher ist und abschaltet, ist es schon der erste Schritt in die verkehrte Richtung.» Bei Real und seinem Clubcoach Mourinho, der den Neu-Spaniern Khedira und Mesut Özil mangelnde Integration vorwarf, muss sich der tunesisch-stämmige Profi seinen Status erst noch hart erkämpfen. «Ich habe bisher in dieser Saison erst ein Spiel über 90 Minuten gemacht, ich muss jetzt möglichst schnell meinen Rhythmus finden.» 14 Millionen Euro hat Real für Khedira an den VfB Stuttgart überwiesen. Der Bundestrainer sieht für Khedira und 13-Millionen-Mann Özil «eine große Herausforderung in einem königlichen Club». Löw traut beiden den Durchbruch zu: «Wenn ich ihr Selbstbewusstsein sehe und ihre Fähigkeiten, bin ich sicher, dass sie das schaffen.» Für den Bundestrainer wäre ein Dauerplatz Khediras im «weißen Ballett» nur gut. Denn zu wenig Einsätze bei Real könnten auf Dauer auch die Position der WM-Entdeckung im Nationalteam schwächen. Doch solche Gedanken schiebt Khedira zur Seite. Und sagte nach dem Punktspielstart, den er nur als Einwechsler erleben durfte: «Es ist für mich ein komplett neuer Fußball, der bei Real gespielt wird, eine ganz andere Philosophie. Ich kann nicht mein Spiel, das ich fast 20 Jahre lang gespielt habe, innerhalb von drei Wochen umstellen. Aber ich weiß, dass ich da auf einem guten Weg bin.»
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