Wegen einer schweren Fußverletzung hatte Ballack die WM verpasst. Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger konnten in Südafrika auf der Ballack-Position im zentralen Mittelfeld überzeugen. Wie Lahm als Kapitän will auch der Neu-Madrilene Khedira seinen WM-Platz für Ballack nicht mehr freiwillig räumen. «Wenn ein junger Spieler äußert, dass er spielen will, ist das völlig legitim. Damit muss jeder bei uns in dem Geschäft leben können», sagte dazu Löw. Viele Spieler von Schweinsteiger über Heiko Westermann bis zu Cacau halten die überhitzte Ballack-Diskussion für überflüssig. «Ballack infrage zu stellen, ist unfair», betonte der Stuttgarter Cacau in der «Welt am Sonntag». Und der ehemalige Leverkusener Trainer Christoph Daum wittert gar eine «Kampagne» oder «inszenierte Geschichte» gegen Ballack. «Michael war stets ein unbequemer Spieler. Vielleicht wurden einfach nur ein paar alte Rechnungen beglichen», sagte Daum im «Express». Bisher hat der nach WM-Platz drei, Vertragsverlängerung und dem erneut gewonnenen Kompetenz-Streit mit Sportdirektor Matthias Sammer noch stärkere Löw lediglich den Status quo aus der Zeit vor Südafrika deutlich gemacht: Ballack ist der Kapitän, Lahm war der WM- Spielführer. «Bevor ich nichts anderes sage, ist er der Kapitän», erklärte der Bundestrainer. Jetzt möchte er erst noch einmal mit den Betroffenen und der gesamten Mannschaft sprechen - «und es dann der Öffentlichkeit mitteilen.» Offiziell wird Ballack beim Treff in der Villa Kennedy in Frankfurt nicht dabei sein. Zurückkehren wird Ballacks Leverkusener Club-Kollege René Adler, der bis zu seiner Verletzung vor der WM noch die Nummer 1 war. In Südafrika spielte der Schalker Manuel Neuer als Stammkraft ein gutes Turnier. Doch Freibriefe gibt es von Löw für keinen der WM-Fahrer, auch beim Keeper hat der Bundestrainer eine neue Entscheidung angekündigt. «Ich gehe immer davon aus, dass ich spiele», äußerte Neuer im «Doppelpass» von Sport1. Doch letztlich müsse der Trainer entscheiden. Daran lässt auch Löw keine Zweifel.
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