Adrions U 21-Mission gescheitert
Hafnarfjördur (dpa) - 12.08.2010, 13:27 Uhr
U 21-Trainer Rainer Adrion (l) konnte die Pleite auf Island nicht verhindern.
Nach der gescheiterten Mission von Rainer Adrion steht die U 21-Nationalmannschaft vor einem zähen Neuaufbau, der DFB-Coach vor einer ungewissen Zukunft. Nur ein Jahr nach dem EM-Triumph sind die deutschen Fußball-Junioren am Tiefpunkt angelangt. Die blamable 1:4-Niederlage in Island besiegelte das vorzeitige Aus für die EM-Endrunde 2011 und Olympia 2012. Ein Jahr lang werden die Nachwuchskicker kein Pflichtspiel bestreiten. Bundestrainer Joachim Löw forderte unmittelbar ein Gespräch über die Zukunft der Auswahl. «Wir sind alle sehr überrascht und auch enttäuscht. Wir werden das jetzt in den nächsten Tagen mal überarbeiten. Natürlich wird es ein Gesprächsthema sein bei uns», sagte der DFB-Chefcoach nach dem A-Länderspiel in Kopenhagen gegen Dänemark.
Dabei wird es auch um die weitere Zuständigkeit für die U 21- Auswahl gehen. Adrion, der das Team im vergangenen Sommer nach der EM von Interims- und Erfolgscoach Horst Hrubesch übernommen hat, gilt zwar als Wunschkandidat von Löw. Allerdings ist kaum damit zu rechnen, dass der Stuttgarter die Chance erhält, ein Team bis 2013 aufzubauen. Dafür müsste sein im kommenden Jahr auslaufender Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert werden. Der Trainer zeigt sich kämpferisch und würde die Aufgabe gern übernehmen. «Natürlich würde mich das reizen, ich bin so gestrickt und komme doch auch aus der Ausbildungsbranche», sagte der DFB-Coach. DFB-Sportdirektor Matthias Sammer kündigte eine genaue Aufarbeitung der Situation an. «Für eine detaillierte sachliche Analyse ist es derzeit noch zu früh, aber wir werden natürlich dieses Ergebnis und den Verlauf der Qualifikation seriös aufarbeiten, denn so wie es für den Erfolg viele Gründe gibt, gibt es auch für den Misserfolg verschiedene Ursachen.» Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger bezeichnete das Scheitern als «sehr bitter, mehr als enttäuschend». Zwanziger: «Verbandsintern werden wir mit den sportlich Verantwortlichen das Geschehene aufarbeiten, um für den nächsten EM- Wettbewerb wieder eine Trendwende zu erreichen.» |