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Zwanziger: Keine «abwegigen» Löw-Forderungen

München (dpa) - 15.07.2010, 22:17 Uhr

DFB-Präsident Zwanziger und Bundestrainer Löw stehen vor neuen Vertragsverhandlungen.
DFB-Präsident Zwanziger und Bundestrainer Löw stehen vor neuen Vertragsverhandlungen.

DFB-Präsident Theo Zwanziger rechnet nicht damit, dass Bundestrainer Joachim Löw ihm bei den angestrebten neuen Vertragsverhandlungen die Bedingungen diktieren würde.

«Nein, er wird die WM mit Sicherheit nicht für abwegige Forderungen ausnutzen. Das würde überhaupt nicht seinem Charakter entsprechen», antwortete Zwanziger in einem Interview der «Bild»-Zeitung auf die Frage, ob Löw den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der Hand habe.

«Er weiß, was er am DFB hat - und er weiß, dass er mit dieser Mannschaft in der Zukunft noch einiges erreichen kann», ergänzte Zwanziger. Er könne sich «schwer vorstellen, dass er es einem anderen Trainer überlassen will, die Früchte zu ernten», sagte der DFB-Chef.

Nach Angaben von Zwanziger, der an einem Infekt erkrankt ist, wird es in dieser Woche nicht mehr zu Gesprächen mit Löw kommen. Allerdings geht Zwanziger davon aus, dass man innerhalb der kommenden 14 Tage zusammenkommt. «Ich bin optimistisch, dass wir zur Präsidiumssitzung am 30. Juli eine grundsätzliche Einigung hinbekommen», sagte der Funktionär, der den auslaufenden Vertrag mit Löw um zwei Jahre bis zur Europameisterschaft 2012 verlängern möchte.

Löw hat sich nach der Rückkehr aus Südafrika in den Schwarzwald zurückgezogen. Der 50-Jährige hatte vor der Heimreise von der WM die Entscheidung über seine Zukunft als «völlig offen» bezeichnet. Klar war für ihn nur, dass sie «zeitnah» fallen soll. «Habe ich noch die Kraft und Energie, die Mannschaft weiter zu führen?», hatte Löw gesagt. Nach einigen Tagen Ruhe wollte er zunächst mit Teammanager Oliver Bierhoff ein Gespräch führen. Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass ein Abschied Löws vom Bundestrainer-Posten nach wie vor nicht ausgeschlossen ist.


Löw könnte sich, wie sein Vorgänger und einstiger Partner Jürgen Klinsmann 2006, nach den WM-Strapazen ebenfalls ausgebrannt fühlen. «Bei persönlichen Gründen ist wenig zu verhandeln», bemerkte dazu Zwanziger in «Bild»: «Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass Joachim Löw das Amt als zu starke Belastung empfindet.» Der Bundestrainer hatte am Turnierende erklärt, dass «die letzten neun Wochen unglaublich intensiv waren. Das hat schon viel Kraft gekostet.»

Die Vertragsverhandlungen der gesamten sportlichen Leitung mit dem DFB waren zu Jahresbeginn unter großem Getöse gescheitert. Unter anderem hatten Löw und Verhandlungsführer Bierhoff hohe finanzielle Forderungen gestellt. Für den Manager schien es lange Zeit keine Zukunft mehr im Verband zu geben. Inzwischen schließt Zwanziger eine Verlängerung auch mit Bierhoff nicht mehr aus: «Warum nicht?»

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