Trotz WM-Frust: Wiese will wieder angreifen
Berlin (dpa) - 13.07.2010, 12:38 Uhr
Torhüter Tim Wiese während der WM im Training der Nationalmannschaft.
Tim Wiese ist nach seiner Zuschauer-Rolle bei der Weltmeisterschaft frustriert - aber aufgeben wird der Bremer nicht. «So bitter es auch für mich war: Ich stehe Deutschland weiter zur Verfügung», sagte der Ersatztorwart des deutschen WM-Teams der «Bild»-Zeitung. Wiese kam als einziger der 23 WM-Fahrer des DFB-Teams in Südafrika nicht zum Einsatz, nachdem er im Vorfeld des Turniers den Konkurrenzkampf um die Nummer 1 im WM-Tor gegen den Schalker Manuel Neuer verloren hatte. «Ich bin sehr enttäuscht. Er ist so frustrierend, wenn du hundert Prozent gibst und du doch nicht aufgestellt wirst», sagte der 28- Jährige. Bundestrainer Joachim Löw wollte Wieses loyales Verhalten und den nie nachlassenden Trainingseifer mit einem Einsatz im «Kleinen Finale» gegen Uruguay belohnen. Doch ausgerechnet vor diesem Spiel plagte sich der Bremer mit einer Schleimbeutel-Entzündung im Knie und musste passen.
«Wäre es ein Halbfinale oder Endspiel gewesen, hätte ich mit einem Bein gespielt. So wollte ich kein Risiko eingehen», berichtete der Bremer schon mit Blick auf die neue Saison. In den langen Wochen als Ersatzmann absolvierte Wiese sogar Extra-Übungsschichten, um Schnellkraft und Ausdauer zu verbessern. Allerdings auch ein wenig, «um die Zeit totzuschlagen». Ihm sei schon seit drei Jahren klar gewesen, «dass ich nicht spiele», blickte der Werder-Keeper zurück, betonte aber: «Ich habe kein Theater gemacht, sondern mich in den Dienst der Mannschaft gestellt.» Wiese will nun mit neuem Ehrgeiz neue Ziele angreifen - mit dem SV Werder und auch mit der Nationalmannschaft. Neuer wird nach der auch für ihn persönlich sehr gut verlaufenden WM mit einem Vorsprung im Torwart-Rennen in die neue Qualifikation um die EM 2012 gehen. Doch mit der Rückkehr des Leverkuseners René Adler, der in Südafrika wegen eines Rippenbruchs gefehlt hatte, kommt auch wieder neue Bewegung in den Konkurrenzkampf. «Tim Wiese hat der Mannschaft als Typ sehr gut getan», hatte Teammanager Oliver Bierhoff den Bremer gelobt.
|