Erst einmal aber müssen sich Löw und seine jungen Wilden mit den aktuellen Aufgaben beschäftigen. «Jetzt kommen Mannschaften, die stärker sind, auch individuell besser besetzt. Deshalb ist es wichtig, die Dinge richtig einzuordnen», sagte der Bundestrainer, der mit seinem Chefscout Urs Siegenthaler Serbien bis ins letzte Detail analysiert hat. «Wir werden nicht jedes Spiel 4:0 gewinnen», übermittelte Deutschlands neuer Müller an die Fans zuhause. «Die Euphorie ist größer als 2006», bemerkte der wiedererstarkte Podolski nach den vielen Rückmeldungen aus der Heimat. Sein Kollege Müller aber verdeutlichte die Lage. «Wir haben mit dem 4:0 gegen Australien noch nichts erreicht. Wir sind noch nicht Weltmeister, wird sind noch nicht qualifiziert und nicht die Übermannschaft.» Doch die neue WM-Lust will sich niemand nehmen lassen. «Verstecken müssen wir uns nicht. Wir sind alle vom Fußball-Virus infiziert», berichtete Müller, den sein berühmter Vorgänger Gerd Müller besonders lobte. «Er ist mein Stürmer Nummer 1. Er kann links wie rechts schießen, mit dem Kopf spielen und haut auch aus 20 Metern drauf», schwärmte der «Bomber der Nation» über den jungen Müller. Kapitän Philipp Lahm sieht den ersten spektakulären Auftritt weniger als Zeichen für die Konkurrenz, sondern vielmehr als Bestätigung für den eigenen Umbruch. «In erster Linie spielen wir für uns. Wir müssen uns wieder vorbereiten und im nächsten Spiel wieder so mutig nach vorne spielen. Konzentriert, defensiv organisiert - dann haben wir auch gegen Serbien sehr gute Chancen, den nächsten Dreier einzufahren», betonte der Münchner vor der Partie im Stadion Nelson Mandela Bay von Port Elizabeth. Der Vorteil des jungen Teams soll gegen die unbequemen Serben wieder ausgespielt werden. «Wir sind schwer ausrechenbar», betonte Routinier Arne Friedrich. So könnte der Bundestrainer auch mit einer Umbesetzung in der Startelf überraschen. «In der Defensive wechselt man weniger», sagte Löw: «In der Offensive kann es sein, dass ich auch mal sage, der Spielertyp ist besser geeignet für den Gegner.»
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