Trotzdem schürt Löw weiter den Kampf um die Stammplätze. Und dass die Reservisten nicht aufstecken, zeigte sich bei der 3:5-Niederlage der A-Mannschaft in einem Trainingsspiel. Man solle zwar dieses Ergebnis «nicht überbewerten», erklärte Friedrich: «Aber der Konkurrenzkampf ist groß. Die WM ist ein Riesen-Ereignis.» Vor allem Müller und Cacau wittern weiter ihre Chance. «Ich versuche mich aufzudrängen», betonte der Münchner Youngster, der Piotr Trochowski bedrängt. Und der zuletzt treffsichere Stuttgarter Cacau kündigte an: «Ich gebe alles.» Doch Löws Favorit Miroslav Klose hielt mit zwei Trainings-Toren erst einmal dagegen. Der WM-Torschützenkönig von 2006, der am 9. Juni seinen 32. Geburtstag feiert und der älteste Feldspieler im deutschen WM-Kader ist, bekam am Dienstag nochmals Rückendeckung von den Kollegen. «Miro ist ein absolut WM-erfahrener Spieler. Er kann sich selbst am besten einschätzen», betonte Mertesacker, der aber gespannt bliebt, was der Münchner «alles aus sich herausholen» wird. «Der entscheidende Moment ist das erste WM-Spiel gegen Australien, daran lasse ich mich gerne messen», erklärte Klose selbst. Zu einem Plus könnte für das junge deutsche Team die Fitness werden. «Ich habe einen extrem guten Eindruck», betonte Teamarzt Tim Meyer und bestätigte den Spielern einen «ausgesprochen guten» Fitness-Stand. «Das Trainingslager ist super gelaufen», sagte Meyer, der mit der Anpassung auf über 1600 Meter Höhe in Erasmia und mit dem dritten Vorrunden-Spielort Johannesburg «keine Probleme» sieht. Die Rückschläge und das große Verletzungspech mit dem Ausfall von Anführer Michael Ballack an der Spitze wird im verjüngten DFB-Team inzwischen als Chance gesehen und sogar propagiert. «Im Endeffekt ist für uns als Mannschaft nicht so viel passiert», erklärte Mertesacker überraschend offen. Und der oft kritische Franz Beckenbauer ordnet das unerfahrene DFB-Team bei der am 11. Juni beginnenden WM sogar dicht hinter den Top-Favoriten Brasilien und Spanien ein: «Direkt dahinter stufe ich Deutschland ein», sagte der «Kaiser» in Südafrika. Die Leistung von Philipp Lahm & Co. in den Vorbereitungsspielen seien «sehr beeindruckend» gewesen, meinte Beckenbauer. Selbst die mangelnde Erfahrung einiger Frischlinge wie Holger Badstuber soll kein Nachteil sein. «Ich habe die Position schon oft beim FC Bayern gespielt, auch in großen, wichtigen Spielen», sagte Badstuber - zuletzt im Champions League-Finale allerdings mit wenig Erfolg. Ein Rest Ungewissheit bleibt auch für Löw, einen Selbstläufer sieht er im Auftakt gegen den ersten Gruppen-Gegner nicht. «Australien ist stark, sie haben sehr positive Spieler, sie geben nie auf, kämpfen immer, haben in der Defensive eine gute Organisation und schnelle Offensivkräfte», erklärte der Bundestrainer. Die voraussichtliche deutsche Startelf gegen Australien: Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Badstuber - Khedira, Schweinsteiger - Trochowski, Özil, Podolski - Klose
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