Der «tief enttäuschte» Hoffenheimer Beck, der nicht mehr mit dem Team aus Bozen nach Frankfurt flog, sondern das Hotel «Weinegg» in Girlan bereits am frühen Morgen verließ, wäre nicht automatisch der erste Nachrücker. «Falls etwas passieren sollte, wäre er selbstverständlich in der Abwehr der erste Kandidat, der nachnominiert wird», sagte Löw. Was passiert, falls sich in Mittelfeld oder Angriff «eine Problemzone» auftun sollte, ließ der Bundestrainer dagegen offen. In Frankfurt muss Löw erste Karten aufdecken: Vier Fragen stellen sich noch bei der WM-Elf. Erstens: Spielt Kapitän Philipp Lahm in der Abwehrkette rechts oder links? Zweitens: Wer wird abhängig davon zweiter Außenverteidiger? Drittens: Wer erobert den vakanten Platz in der Innenverteidigung neben dem gesetzten Abwehrchef Per Mertesacker; Arne Friedrich, Serdar Tasci oder doch noch Bayern-Youngster Holger Badstuber? Und viertens: Setzt Löw tatsächlich auf den Münchner Aufsteiger Thomas Müller auf dem rechten Flügel? «Oft findet sich eine Mannschaft auch erst im Turnierverlauf», hat Löw gesagt und damit bereits angedeutet, dass er sich bei seinem Personal-Puzzle noch nicht ganz im Klaren ist. «Wir haben auch noch eine Woche Trainingseinheiten in Südafrika», ergänzte der 50-Jährige. Grundsätzlich steht für ihn nach drei intensiven Trainingswochen in Sizilien und Südtirol aber fest: «Wir sind gut vorbereitet.» Feste Größen in Löws Wunschelf sind Torwart Neuer sowie in der Abwehrkette Lahm und Mertesacker. Im Mittelfeld sind vier von fünf Positionen fix: Vor der in Frankfurt erstmals gemeinsam probenden «Doppel-Sechs» mit Schweinsteiger und Sami Khedira sind Lukas Podolski und Mesut Özil offensiv erste Wahl. Im Angriff setzt Löw weiter auf Sorgenkind Miroslav Klose als einzige Spitze. Der WM-Torschützenkönig von 2006 benötigt im letzten WM-Test unbedingt ein Erfolgserlebnis, um seine Kritiker zumindest halbwegs verstummen zu lassen. «Wenn du mal ein Tor machst, läuft es von alleine», glaubt Schweinsteiger, der Klose den Rücken stärkt: «Ich sehe das nicht so dramatisch. Miro ist fokussiert auf die WM.» Klose selbst glaubt fest an seinen WM-Startplatz: «Ja, absolut.» In Frankfurt will Deutschlands Youngster-Truppe «Begeisterung und einen Schub bei den Fans auslösen», wie Teammanager Oliver Bierhoff versprach. Direkt nach dem Spiel trennen sich die Wege - bis zum Treffpunkt am 6. Juni in Frankfurt dürfen Lahm & Co. nochmals für zweieinhalb Tage nach Hause zu ihren Liebsten. Voraussichtliche Aufstellung zu Deutschland - Bosnien-Herzegowina: Deutschland: Neuer (FC Schalke 04/24 Jahre/4 Länderspiele) - Boateng (Hamburger SV/21/5), Mertesacker (Werder Bremen/25/61), Friedrich (Hertha BSC/31/71), Lahm (Bayern München/26/64) - Khedira (VfB Stuttgart/23/4), Schweinsteiger (Bayern München/25/73) - Müller (Bayern München/20/1), Özil (Werder Bremen/21/9) - Podolski (1. FC Köln/24/72) - Klose (Bayern München/31/95) Bosnien-Herzegowina: Hasagic (Istanbul BB/30/35) - Jahic (AEK Athen/28/14), Spahic (SC Montpellier/29/39), Nadarevic (Eskisehierspor/29/22), Salihovic (1899 Hoffenheim/25/19) - Rahimic (ZSKA Moskau/34/20), Pjanic (Olympique Lyon/20/15), Ibricic (Hajduk Split/24/24), Misimovic (VfL Wolfsburg/27/47) - Ibisevic (1899 Hoffenheim/25/23), Dzeko (VfL Wolfsburg/24/25) Schiedsrichter: Nicola Rizzoli (Italien)
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