Lahm deutscher WM-Kapitän - Neuer Nummer 1
Eppan (dpa) - 28.05.2010, 16:17 Uhr
Phillipp Lahm wird künftig als Kapitän seine Unterschriften verteilen.
Philipp Lahm wird die deutsche Nationalmannschaft bei der Fußball-WM als Kapitän anführen - und Manuel Neuer steht in Südafrika im Tor. Einen Tag vor dem vorletzten WM-Test der DFB-Auswahl in Budapest gegen Ungarn verkündete Joachim Löw die zwei zentralen Personalentscheidungen. «Philipp Lahm hat in unserem Kreis immer ganz klar und deutlich seine Meinung geäußert», sagte Löw im Trainingslager in Südtirol über den 26-Jährigen, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Michael Ballack der jüngste deutsche WM-Kapitän überhaupt sein wird. Der Bundestrainer sieht in dem Münchner Abwehrspieler einen ganz wichtigen Ansprechpartner: «Ich weiß, dass das Feedback von Philipp offen und ehrlich ist.» Die Entscheidung für den 24-jährigen Schalker Neuer sei «sehr, sehr eng» gewesen, berichtete Torwartcoach Andreas Köpke. «Nach längeren Diskussionen haben wir entschieden, dass wir mit Manuel in die WM gehen. Er hat eine sehr, sehr gute Saison bei Schalke gespielt», begründete Köpke das Votum für U 21-Europameister Neuer als neuer Nummer 1 für den verletzt ausgefallenen Leverkusener René Adler. Auf Neuer wartet gegen Ungarn die erste Bewährung.
Der Bremer Tim Wiese (28), der die für ihn enttäuschende Entscheidung laut Köpke «sportlich» aufnahm, wird als Nummer 2 nach Südafrika reisen. Der am Freitag 36 Jahre alt gewordene Münchner Double-Gewinner Hans-Jörg Butt ist wie schon bei der Endrunde 2002 in Japan und Südkorea lediglich die Nummer 3 im deutschen Aufgebot. «Wir erwarten, dass die beiden Torhüter hinten dran hundertprozentig fokussiert und allseits bereit sind», erklärte Köpke. Löw hatte mit seinem Trainerstab zunächst die betroffenen Spieler einzeln und dann die gesamte Mannschaft über die Entscheidungen in Kenntnis gesetzt. In der anschließenden Pressekonferenz machte er deutlich, dass er gerade bei der Führung der jungen deutschen Mannschaft mehr denn je auf Teamwork setzt. «Nach dem Ausfall von Michael Ballack kommt dem Mannschaftsrat eine noch bedeutsamere Rolle zu», sagte der 50-Jährige. |