Auf die sieben Spieler von Champions League-Finalist Bayern München muss Löw dagegen noch eine Woche länger warten. Sie stoßen erst in Südtirol zum Team. Danach stehen in Budapest gegen Ungarn (29. Mai) und gegen Bosnien-Herzegowina in Frankfurt (3. Juni) die letzten Tests vor dem WM-Start an. Die extrem offensiv aufgestellte deutsche Mannschaft war bei ihrem ersten Auftritt in Aachen zwar von Beginn an um Spaß und Spielfreude bemüht, doch fehlte es ohne Vorbereitung an der nötigen Abstimmung untereinander. Beim WM-Casting des Rumpfkaders standen daher vor allem einzelne Spieler wie die Außenverteidiger Andreas Beck und Dennis Aogo im Blickpunkt. Der Hamburger Aogo, 35. Debütant unter Löw, zeigte im Spiel nach vorne gute Ansätze, war aber in der Rückwärtsbewegung ebenso wie seine Kollegen in der Defensivabteilung nicht fehlerfrei. Er gilt als WM-Fahrer, wenn Clubkollege Marcell Jansen nach seiner Verletzung nicht mehr rechtzeitig fit wird. Pluspunkte im Kampf um einen Platz im 23er Kader, den Löw am 1. Juni melden muss, sammelte vor allem Toni Kroos bei seinem ersten DFB-Einsatz von Beginn an. Der künftige Münchner verteilte im Mittelfeld klug die Bälle, hatte aber kein Glück im Abschluss. Auch Piotr Trochowski zählte mit seiner Laufbereitschaft zu den Aktivposten, Lukas Podolski steigerte sich in seinem 71. Länderspiel erst nach der Pause. In der Spitze war Cacau effektiver als Stefan Kießling, der häufig Probleme bei der Ballbehauptung offenbarte. Nach der Pause durften mit Mats Hummels, Kevin Großkreutz und Stefan Reinartz drei weitere Neulinge, die nicht für die WM vorgesehen sind, erstmals Länderspiel-Luft schnuppern. Die äußeren Bedingungen am Tivoli erinnerten eher an den südafrikanischen Winter, dafür war die deutsche Elf schnell auf Betriebstemperatur. Die Gastgeber schlugen gegen den 154. der Weltrangliste ein hohes Tempo an und kamen früh zu Möglichkeiten. Nach vergebenen Schusschancen von Trochowski (4.) und Kroos (6.) fiel das 1:0 durch das erste Länderspiel-Tor von Cacau fast zwangsläufig. Der Stuttgarter traf auf Flanke von Aogo per Kopf. Den nächsten Treffer verhinderte wenig später Maltas Keeper Justin Haber, der eine Direktabnahme von Kroos (22.) reaktionsschnell entschärfte. Im zweiten Durchgang wurden die Chancen etwas konsequenter genutzt. Der quirlige Dortmunder Großkreutz leitete mit einem Zuspiel auf Podolski den zweiten Treffer ein, den Cacau nach Querpass des Kölners markierte. Damit war der Bann gebrochen, denn nur drei Minuten später jagte Scicluna die nächste scharfe Podolski-Hereingabe ins eigene Tor. Der glücklose Kießling vergab auch in der Schlussphase weitere Chancen.
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