Für die übrigen 15 WM-Kandidaten steht schon im Benefizspiel gegen Malta, das den DFB-Stiftungen rund fünf Millionen Euro aus TV- und Zuschauereinnahmen in die Kassen spült, die erste Sichtung an. «Es sind zwar noch nicht alle da. Aber es ist trotzdem wichtig, damit wir das Gefühl bekommen, wie wir zusammenspielen», erklärte Jérome Boateng, den Löw vielleicht auf der linken Abwehrseite testen will. Für Podolski hat Löw trotz dessen schwachen Saison-Leistungen beim 1. FC Köln gegen den 154. der Weltrangliste einen Platz in der Offensiv-Abteilung reserviert. «Wir wollen den Zuschauern Freude bereiten und ein paar Tore erzielen», kündigte der DFB-Chefcoach an. Dennoch versprach er dem 24-Jahre alten Podolski für die kommenden Wochen nochmals eine schweißtreibende Aufbau-Arbeit, «um ihn wieder in die Form früherer Tage zu bringen». Zugleich verteidigte Löw den Kölner entschieden gegen Vorwürfe des ehemaligen Nationaltorhüters Uli Stein: «Es ist völlig falsch zu sagen, Lukas Podolski wäre ein fauler Spieler. Ich erlebe ihn in der Nationalmannschaft immer hochmotiviert und hochkonzentriert.» Stein hatte im Hessischen Rundfunk unter Berufung auf ehemalige Podolski-Trainer behauptet, dass der 70-malige Nationalstürmer der faulste Spieler sei, den diese Fußballlehrer je hatten. «Ich weiß nicht, mit welcher Berechtigung sich Uli Stein meldet und mit welchen Trainern er gesprochen hat. Ich erlebe ihn hier ganz anders», unterstrich Löw und verwies auf die konditionellen Testwerte Podolskis, die mit die besten im DFB-Team seien. Auch Club-Trainer wie Jupp Heynckes, der Podolski Ende der Vorsaison beim FC Bayern trainiert hatte, distanzierten sich von Stein. Löws Spezial-Programm für Podolski aber bleibt: «Wir werden sehr intensiv mit ihm arbeiten.» Löw bezeichnete seine Gefühlslage vor seiner ersten WM als Chefcoach selbst als gespalten. «Zuerst freut man sich, dass es jetzt losgeht, weil man da agieren kann. Völlig entspannt ist man vor so einem Turnier aber nicht, weil man hohe Konzentration mitbringen muss», sagte der Bundestrainer. Am ersten Tag der WM-Vorbereitung gab Löw zu, «dass es noch einige Fragen gibt». Auch deshalb kommt ihm der Test gegen den Fußballzwerg Malta recht, um zu sehen, «wie einige Spieler miteinander harmonieren». Die Leverkusener Toni Kroos und Stefan Kießling, der Hoffenheimer Andreas Beck und auch das Stuttgarter Mittelfeld-Duo Christian Träsch und Sami Khedira dürfen wohl schon in der Anfangself vorspielen. Als Kapitän dürfte der Berliner Arne Friedrich das Team in seinem 70. Länderspiel anführen. Löw will alle verfügbaren 16 Feldspieler in Aachen einsetzen. Der Schalker Torhüter Manuel Neuer ist für die kompletten 90 Minuten vorgesehen. Der Hamburger Marcell Jansen (Aufbautraining) steht noch nicht zur Verfügung. Die voraussichtlichen Aufstellungen zu Deutschland - Malta Deutschland: Neuer (Schalke 04/24 Jahre/2 Länderspiele) - Beck (1899 Hoffenheim/23/6), Friedrich (Hertha BSC/30/69), Westermann (Schalke 04/26/17), Boateng (Hamburger SV/21/3) - Träsch (VfB Stuttgart/22/1), Khedira/VfB Stuttgart/23/2) - Trochowski (Hamburger SV/26/28), Kroos (Bayer Leverkusen/20/1), Podolski (1. FC Köln/24/70) - Kießling (Bayer Leverkusen/26/3) Malta: Haber (Ferencvaros Budapest/28/37) - Muscat (Sliema Wanderers/25/11), Agius (AS Melfi/23/12), Scicluna (FC Valetta/30/26), Caruana (Hibernians/23/10) - Briffa (FC Valetta/28/47), Cilia (FC Birkirkara/27/2), Pace (FC Valetta (33/35), Fenench (Sliema Wanderers/24/15) - Mifsud (FC Valetta/29/73), Bogdanovic (FC Barnsley/30/27) Schiedsrichter: Hamer (Luxemburg)
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