Bierhoff vor WM: Löw-Hängepartie kein Störfaktor
Berlin (dpa) - 11.05.2010, 13:04 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw (l) und Teammanager Oliver Bierhoff begleiten 2008 ein Training des Nationalteams.
Die ungewisse Zukunft von Joachim Löw und der kompletten sportlichen Leitung vor dem Start der WM-Vorbereitung ist für Oliver Bierhoff kein Störfaktor. Weder für den Bundestrainer, noch für dessen Stab oder das Team sei das ein Problem. «Anders als in einem Verein, wo der Spieler sagen könnte: Noch drei Spiele, dann ist der weg», machte der Manager der Fußball-Nationalmannschaft vor der Zusammenkunft des WM-Kaders in Düsseldorf deutlich. Um Löw mache er sich keine Gedanken, «wenn er kein Bundestrainer mehr ist. Da wird es schon noch was geben.» Nach der mit vielen Indiskretionen und gegenseitigen Vorwürfen verbundenen geplatzten Vertragsverlängerung mit dem DFB hat Löw aber zumindest einen direkten Anschluss-Job ausgeschlossen. «Falls es so kommen sollte und ich den DFB verlasse, wäre es für mich absolut undenkbar, sofort bei einem Club anzufangen», äußerte Löw im WM-Sonderheft der «Sport Bild».
Dass die Thematik im den Trainingslagern auf Sizilien und in Südtirol sowie beim Turnier in Südafrika die Spieler beeinflussen könne, fürchtet Bierhoff nicht: «Eine WM ist so etwas Einzigartiges, gerade für einen Spieler. Unabhängig vom Trainer will da jeder gut sein, so eine Chance bietet sich nur aller vier Jahre, manchem nie», betonte der Manager in einem Interview mit dem «Tagesspiegel». Trotz der zwischenzeitlichen Eiszeit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) sieht Bierhoff weiterhin die Chance, dass er als Manager gemeinsam mit Löw und dessen Stab nach der WM für den Verband weiter arbeitet. «Alles ist möglich, es gab ja ein klärendes Gespräch», meinte Bierhoff, der jedoch auch sagte: «Meinungsverschiedenheiten sind da, aber ausgesprochen. Muss ja nicht nur schlecht sein.» Als ausschlaggebend für die Zukunft der sportlichen Leistung hält der 42-jährige Europameister von 1996 das sportliche Abschneiden beim WM-Turnier, das für das DFB-Team am 13. Juni gegen Australien beginnt. «Der größte Störfaktor wäre der Misserfolg bei der WM, denn rein sachlich kann man an unserer Arbeit seit sechs Jahren nicht ruckeln», unterstrich Bierhoff. |