Erst nach und nach werden die sieben Bayern-Akteure, die vier Bremer Pokalfinalisten und Kapitän Michael Ballack in den beiden Trainingslagern in Sizilien (14. bis 21. Mai) und Südtirol (21. Mai bis 2. Juni) eintrudeln. «Das macht die Gestaltung des Trainings nicht einfacher», gestand Löw. Beim ersten von drei WM-Testspielen muss er am 13. Mai in Aachen gegen Malta seinen WM-Rumpfkader sogar mit den fünf Perspektivspielern Kevin Großkreutz, Mats Hummels (beide Dortmund), Stefan Reinartz (Leverkusen), Marco Reus (Gladbach) und Tobias Sippel (Kaiserslautern) auffüllen. «Wenn möglich, kommen auch fast alle zum Einsatz», kündigte Löw an. Der 50-Jährige muss für seine Titel-Mission in Südafrika zahlreiche Baustellen schließen, wie er zugab: «Es gibt in der Tat einige Fragen, die erst noch beantwortet werden müssen in der Vorbereitung, vielleicht auch erst im Laufe der WM.» Löw sagt dies noch ohne Sorge, «denn ein Gerüst ist vorhanden». Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker und Miroslav Klose bilden in seinen WM-Plänen die zentrale Achse des Teams. Zu den «Säulen» seiner WM-Wunschelf gehört außerdem noch Philipp Lahm. Beim erfahrenen Münchner allerdings will Löw «noch einmal überlegen und mit ihm besprechen», ob Lahm auf der rechten oder linken Außenbahn wertvoller ist. «Es hängt vielleicht auch davon ab, wie Marcell Jansen als erfahrener Linksfuß wieder in Form kommt.» Der Hamburger hat nach einer Fußverletzung gerade erst wieder mit dem Training begonnen; bis zur endgültigen Meldung des 23-Mann-Kaders an die FIFA am 1. Juni muss Jansen seine WM-Tauglichkeit nachweisen. Das spannende Nummer-1-Rennen könnte sogar noch länger laufen. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke habe die Saison von Neuer, Wiese und Butt «analysiert, ihre Stärken und Schwächen parat», berichtete Löw. «Aber weder heute oder morgen noch in zwei Tagen werden wir da eine Entscheidung herbeiführen müssen», verkündete der Bundestrainer.
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