Butt will bei WM spielen: »Ich traue es mir zu»
Stuttgart (dpa) - 06.05.2010, 15:54 Uhr
Hans Jörg Butt will sich trotz seiner Nominierung nicht ändern.
Hans-Jörg Butt will den Wettbewerb um die Nummer 1 im deutschen WM-Team aufnehmen, verzichtet aber auf Kampfansagen an seine Kontrahenten Manuel Neuer und Tim Wiese. Der von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen WM-Kader berufene Bayern-Keeper reagierte auf seine plötzliche Weltmeisterschafts-Chance entschlossen und selbstbewusst: «Ich traue es mir durchaus zu, bei der WM zu spielen. Ich glaube, dass es gerade im Tor wichtig ist, Erfahrung und eine gewisse Ruhe zu haben.» Der dreimalige Nationalspieler, der bei der EM 2000 und der WM 2002 jeweils hinter Oliver Kahn und Jens Lehmann klaglos die Nummer drei gewesen war, setzt auf seine aktuellen Erfolge mit dem FC Bayern. In Berlin wird Butt die Meisterschale in den Himmel recken; eine Woche später kann er im DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen mit Konkurrent Wiese im Tor den zweiten Titel holen und die Saison mit dem Champions-League-Triumph am 22. Mai in Madrid gegen Inter Mailand krönen. «Natürlich ist es so, dass Erfolg mit dem Verein registriert wird», sagte Butt.
Zum FC Bayern war der fast 36-Jährige im Sommer 2008 auch als Reservist hinter Michael Rensing gekommen, verdrängte den Kahn-Nachfolger jedoch gleich zweimal. «Er hat Turniererfahrung, er hat in dieser Saison hervorragende Spiele gezeigt. Er ist auch von seiner Persönlichkeit her so reif, dass er den anderen Torhütern und anderen jungen Spielern den Rücken stärken kann», begründete Löw den Zuschlag für Butt nach dem Ausfall des Leverkuseners René Adler. Der Bundestrainer hielt sich mit konkreten Aussagen zum neuen Torwart-Dreikampf bei der Nominierung in Stuttgart zurück: «Heute ist nicht der Zeitpunkt und auch nicht der Rahmen, über dieses Thema zu sprechen.» Eine Rangordnung unter den drei WM-Torhütern gibt es erst einmal nicht. «Es besteht überhaupt keine Notwendigkeit, jetzt eine Reihenfolge festzulegen», erklärte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke. Butt will wie beim FC Bayern auch im Nationalteam mit Leistung statt mit Worten werben. «Ich habe mit meiner Art Erfolg gehabt. Es wäre ein Fehler, sich zu ändern», meinte der ehemalige Leverkusener, der einst bei Bayer von Adler als Stammkeeper abgelöst worden war. Doch der Ehrgeiz ist natürlich noch einmal geweckt: «Jeder, der bei einer WM dabei ist, möchte spielen. Das geht mir nicht anders. Ich werde dementsprechend im Training arbeiten.»
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