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Löws erfreuliches Dilemma: Bayern kommen später

Frankfurt/Main (dpa) - 28.04.2010, 09:29 Uhr

Joachim Löw bei einer Pressekonferenz.
Joachim Löw bei einer Pressekonferenz.

Bei aller Freude über den Einzug des FC Bayern München ins Champions-League-Finale hat der Erfolg des deutschen Rekordmeisters für Joachim Löw auch negative Auswirkungen. Die Münchner Nationalspieler werden mit Verspätung ins WM-Trainingslager der DFB-Auswahl kommen.

Frühestens am 24. Mai - also zwei Tage nach dem Champions-League-Endspiel in Madrid - kann Löw mit den Bayern-Profis rechnen. Die Vorbereitung auf das Turnier in Südafrika beginnt Löw mit einem erweiterten Kader bereits am 12. Mai.

Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Mario Gomez und Miroslav Klose sind die Münchner WM-Kandidaten. Das Quintett fehlt beim ersten Test am 13. Mai in Aachen gegen Malta. Bei diesem Spiel werden neben den Bayern-Profis auch die Akteure von Werder Bremen nicht dabei sein, die am 15. Mai im DFB-Pokalfinale in Berlin gegen die Münchner antreten. Zudem fehlt Kapitän Michael Ballack, der am gleichen Tag mit dem FC Chelsea im englischen Pokalfinale gegen den FC Portsmouth spielt.

Den Sonderschichten seiner Schützlinge will Löw dennoch eine positive Seite abgewinnen. So setzt der Bundestrainer auf gewonnenes Selbstvertrauen seiner Akteure vor dem Jahreshöhepunkt in Südafrika. Verspätete Vorbereitungseinstiege vor einer WM sind kein Novum. 2002 waren die Profis von Bayer Leverkusen wegen ihrer Finalteilnahme in der Champions League nicht von Beginn an dabei. 2006 startete Torwart Jens Lehmann nach dem mit dem FC Arsenal verlorenen Königsklassen- Endspiel mit Verzögerung die Vorbereitung für das Sommermärchen.

Die Bayern verpassen diesmal das komplette Regenerationscamp auf Sizilien sowie die ersten Tage des Trainingslagers in Südtirol. Bis zum Abflug nach Südafrika am 6. Juni hat Löw dann seinen kompletten Kader nicht einmal zwei Wochen beieinander. In die knappe Vorbereitungszeit fallen auch die letzten beiden Testspiele in Ungarn (29. Mai) und gegen Bosnien-Herzegowina in Frankfurt/Main (3. Juni).

Löw will seinen WM-Kader am 6. Mai in Stuttgart benennen. Es ist davon auszugehen, dass er wie vor der EM 2008 zunächst mehr als die letztlich für das Turnier erlaubten 23 Akteure berufen wird. Die FIFA fordert bis zum 11. Mai eine Auswahl von 30 Profis, die dann bis zum 1. Juni auf die Turnier-Anzahl reduziert werden muss. Bei der WM trifft die DFB-Auswahl in der Gruppe D auf Australien (13. Juni/Durban), Serbien (18. Juni/Port Elizabeth) und Ghana (23. Juni/Johannesburg).


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