Pause vom WM-Stress: Lockerer Löw bei Schulbesuch
Sersheim (dpa) - 19.04.2010, 16:12 Uhr
Joachim Löw gibt sich bei einem Besuch in einer Schule in Sersheim betont locker.
Als die Tanz-AG der Hofäckerschule über den Hallenboden wirbelte, waren die ganzen drängenden Probleme der WM-Vorbereitung für Joachim Löw ein paar Momente lang ganz weit weg. Sichtlich entspannt saß der Fußball-Bundestrainer auf seinem Holzstuhl und klatschte bei allen Programm-Einlagen immer wieder lachend Beifall. «Ich bin unheimlich gerne mit Kindern zusammen, weil sie sehr viel Freude und Begeisterung mitbringen», sagte Löw bei seinem Schulbesuch im baden-württembergischen Sersheim im Rahmen der unter seiner Schirmherrschaft stehenden DFB-Kampagne «Team 2011». «Das macht gute Laune.» Fast zwei Stunden hatte sich der vielgefragte 50-Jährige für einen seiner ganz wenigen Termine Zeit genommen, bei denen es derzeit nicht nur um die kniffligen Fragen nach Kuranyi, Klose und Co. geht. Die kindliche Neugier forderte ganz andere Antworten. «Ich wäre vielleicht ein guter Lehrer in Sachen Sport geworden. Aber nicht in Mathe, Chemie oder Physik», gestand Löw auf die Frage der kleinen Julika. Und denjenigen unter den rund 350 Grund- und Hauptschülern, die von einer Karriere als Fußball-Star träumen, riet er wie ein eingefleischter Pädagoge: «Lasst Euch nicht zu sehr von Handy und Computer ablenken.»
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Auch abseits des Rednerpults genoss Löw seinen Abstecher in die schwäbische Provinz: Gemeinsam mit Frauenfußball-Weltmeisterin Nia Künzer schüttelte er gut gelaunt unzählige Kinderhände und schrieb bis zu seiner Weiterfahrt in die Frankfurter DFB-Zentrale mit Engelsgeduld Autogramme. Ganz ohne Statements zum Thema Weltmeisterschaft kam der Bundestrainer 53 Tage vor WM-Beginn aber natürlich auch in Sersheim nicht davon. «So langsam spürt man das Kribbeln und die Anspannung. Aber wir freuen uns, denn bei einer WM dabei zu sein, ist mit das Größte für jeden Spieler und auch für jeden Trainer», berichtete Löw. Auch die teils hitzig geführten Debatten um die Nominierung seines WM-Kaders kommentierte Löw locker. «Dass soviel diskutiert wird, zeigt auch den Stellenwert des Fußballs. Mir macht diese Aufgabe unglaublich viel Spaß», sagte Löw und hatte augenzwinkernd sogar eine überraschende Alternative für seine Personalplanung entdeckt: «Wir haben ja heute gehört, dass der Bürgermeister von Sersheim früher die 100 Meter in 10,9 Sekunden gelaufen ist. Vielleicht können wir gegen Malta so einen Spieler noch gebrauchen.»
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