Im Schwarzwald-Örtchen Baiersbronn tüftelten der Bundestrainer und seine engen Vertrauten Hansi Flick, Andreas Köpke und Urs Siegenthaler an allen Details: Von individuellen Trainingsplänen über genaue zeitliche Abläufe und Logistik bis hin zu Personalfragen. Dabei wurde auch über England-Legionär Robert Huth gesprochen, der bei Stoke Ciy in der Premier League regelmäßig spielt. «Ich stehe im Kontakt mit seinem Trainer», hatte Löw verraten. Fest steht, dass der Bundestrainer am 6. Mai im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart mehr als die 23 Spieler benennen muss, die dann genau einen Monat später in den Sonderflieger nach Südafrika steigen dürfen. «Wir müssen in den Wochen bis zur WM einen Spagat schaffen», erklärte Löw und stufte dieses Unternehmen angesichts des Zeit- und Personalfaktors schon jetzt als «problematisch» ein. Einige seiner Pflegefälle verpassen wegen ihrer Verpflichtungen im Club nicht nur den für den 12. Mai angesetzten Fitnesstest in Düsseldorf und das erste WM-Vorbereitungsspiel einen Tag später in Aachen gegen Malta, sondern steigen auch in das erste Trainingslager auf Sizilien verspätet ein. Erst nach den Halbfinals in Champions- und Europa League mit Beteiligung des FC Bayern und des Hamburger SV wird die sportliche Leitung weitere Details festlegen. Die Entscheidung pro oder kontra Kuranyi, der nach seiner Disziplinlosigkeit vor 18 Monaten von Löw aus dem DFB-Team verbannt worden war, wird auf jeden Fall in Zusammenhang mit der gesamten Personal-Zusammenstellung fallen. Die wahrscheinlich zehn Defensivkräfte stellen sich fast von allein auf. Für die Offensive hat der Bundestrainer reichlich Auswahl. Nicht nur die beim jüngsten 0:1 gegen Argentinien debütierenden Thomas Müller (FC Bayern) und Toni Kroos (Leverkusen) drängen in den Kader. In dem von Löw bevorzugten 4-2-3-1-Spielsystem ist nur Platz für einen zentralen Stürmer, Anwärter gibt es gleich ein halbes Dutzend. Für die so wichtige Position neben Kapitän Michael Ballack in der Mittelfeld-Zentrale scheint sich Löw bereits auf den Münchner Bastian Schweinsteiger festgelegt zu haben. Zumal der Leverkusener Simon Rolfes nach erneuter Knie-OP die WM abschreiben muss, der Stuttgarter Khedira nach einem Kreuzband-Anriss erst wieder um den Anschluss ringt, der Bremer Torsten Frings aussortiert wurde und Hitzlsperger bei Lazio Rom zuletzt nicht mal im Kader stand. Löw würde Ballack und Schweinsteiger bis zum WM-Start am liebsten in Watte packen, denn der Ausfall von einem der beiden Leistungsträger wäre wohl eine seiner größten Horror-Vorstellungen. Der mögliche deutsche WM-Kader (23): Tor (3): Adler, Neuer, Wiese Abwehr innen (4): Mertesacker, Westermann, Tasci, Friedrich - (Huth) Abwehr außen (3): Lahm, Boateng, Schäfer - (Beck, Castro) Mittelfeld defensiv (4): Ballack, Schweinsteiger, Träsch, Gentner - (Hitzlsperger, Khedira*) Mittelfeld offensiv (5): Özil, Podolski, Marin, Müller, Kroos - (Trochowski, Hunt, Jansen*) Angriff (4): Klose, Gomez, Kießling, Cacau - (Kuranyi) * derzeit verletzt und deshalb nicht einplanbar
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