«War er denn nicht da?», zeigte sich auch der Schalker Stürmer nach dem Spitzenspiel überrascht. Das 18. Saisontor des vorerst weiter aus dem Nationalmannschaftskreis verbannten Angreifers konnte Löw so nur im TV begutachten - und bot damit seinen Kritikern eine neue Angriffsfläche. Dabei gibt es auch gute Gründe für Löws Rede-Verzicht. Am 6. Mai will er seinen Südafrika-Kader benennen. Den kniffligen Kuranyi- Konflikt muss er gar nicht vorher lösen. Im Bundesliga-Endspurt kann schließlich noch viel passieren. Auch wenn er öffentlich schweigt, intern dürfte die Causa Kuranyi von Löw und seinen Gefolgsleuten längst debattiert worden sein. Souverän wirkt er aber momentan nicht. Ein Besuch auf Schalke und selbst nur einige kurze Statements hätten die Lage österlich friedlich entspannt. Dass die TV-Kameras auch noch einen scheinbar dösenden Bundestrainer auf der Stuttgarter Tribüne einfingen, tat ein Übriges zum derzeitigen Selbstdarstellungs-Defizit. Den Eindruck, das Stuttgart-Spiel in 180 Kilometer Entfernung zum Heimatort Freiburg aus persönlichen Gründen dem Oster-Trip in den Pott (ca. 500 Kilometer) vorgezogen zu haben, konnte Löw durch sein Schweigen nicht verwischen. «Ich bin da emotionslos. Es gibt ja auch andere Scouts, die Spiele beobachten», bewertete Sammer die Diskussionen cool und sachlich. Wann Löw wieder öffentlich redet, sagte aber auch der DFB-Sportdirektor nicht.
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