«Meine persönliche Meinung ist, dass Kevin vom Fußballerischen dabei sein müsste», meinte Friedrich. In der Bundesliga zeigt Kuranyi derzeit im Gegensatz zur Stürmerkonkurrenz, zu der neben den Münchnern Gomez und Klose auch noch Lukas Podolski (1. FC Köln), Cacau (VfB Stuttgart) und Stefan Kießling (Bayer Leverkusen) zählen, konstante Topleistungen. «Kevin ist super drauf, hat einen Lauf. Er sollte bei der WM dabei sein», sagte auch Werder Bremens Nationaltorwart Tim Wiese in der «Bild». Schweinsteiger hingegen rechnet nicht mehr damit, dass Löw «seine Entscheidung ändert». Nachdem Kuranyi seine Ausreißaktion beim WM-Qualifikationsspiel gegen Russland im Oktober gestartet hatte, kündigte Löw an: «So lange ich Bundestrainer bin, spielt Kuranyi nicht mehr für Deutschland.» Seine letzte verbürgte Aussage zu diesem Thema stammt aus der Vorwoche: «Es gibt von uns zu vielen Personalien klare Aussagen, die wir nicht ständig wiederholen müssen.» Kuranyi war bei der Nominierung für die Heim-WM 2006 von Jürgen Klinsmann aus dem Kader gekickt worden, führt aber derzeit die Torschützenliste in der Bundesliga mit 17 Treffern an. Für ihn hat sich unter anderem Franz Beckenbauer stark gemacht. Befürworter des Schalkers verweisen auch auf die Eskapaden von Podolski, der sich - unter anderem mit der Backpfeife gegen Kapitän Michael Ballack - viel mehr zu Schulden habe kommen lassen als Kuranyi, der aus Enttäuschung über sein Tribünen-Dasein gegen Russland nach Hause gefahren war. Für einen anderen prominenten Sünder hat es ein Comeback im Nationalteam gegeben: Stefan Effenberg flog nach der «Stinkefinger- Affäre» bei der WM 1994 in den USA aus der Mannschaft und kehrte 1998 kurz zurück. Torwart Uli Stein musste 1986 in Mexiko nach Hause fliegen, als er Teamchef Beckenbauer als «Suppenkaspar» bezeichnet hatte - es war das Ende seiner internationalen Karriere. Unterdessen hat der italienische Fußball-Erstligist FC Genua sein Interesse an einer Verpflichtung von Kevin Kuranyi bestätigt. «Kuranyi erinnert mich an van Basten oder Drogba», sagte Genuas Club- Präsident Enrico Preziosi der Gazzetta dello Sport. Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung soll auch Rekordmeister Juventus Turin an dem Schalker interessiert sein. Der Vier-Jahres-Vertrag des Schalker Stürmers läuft am Saisonende aus.
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