Mit seinen Personalentscheidungen hatte Löw im WM-Jahr bislang überhaupt kein Glück. Kaum hatte Frings den Nationalmannschafts-Laufpass öffentlich bekommen, begann die «Sechser-Seuche». Torwart René Adler begann zu patzen, als ihm die Nummer 1 zugesichert war. Die Probleme im Sturm sind fast schon chronisch. Löws Lieblingstrio Miroslav Klose, Mario Gomez, Lukas Podolski ist verletzt oder Lichtjahre von der Bestform entfernt. Der noch im Herbst vom Boulevard zum Liebling auserkorene Stefan Kießling suchte seine tolle Vorrundenform und ist nun auch noch verletzt. Nur Cacau deutete zuletzt WM-Reife an - und eben Kuranyi, der nach seiner Flucht aus Dortmund während des Länderspiels gegen Russland im Oktober 2008 bei Löw in Ungnade fiel. Beckenbauer forderte via «Bild»-Zeitung eine Elefantenrunde mit DFB-Präsident Theo Zwanziger, den DFB-Trainern und Kuranyi zur Konfliktlösung - und baut einem möglichen Gesichtsverlust Löws vor. «Wenn Jogi Löw über seinen Schatten springt, verdient er vollsten Respekt und keine Kritik. Das wäre kein Umfallen, sondern eine weise Entscheidung», schrieb Kolumnist Beckenbauer. Schalke-Trainer Magath berichtete von einem «zufälligen Treffen» Kuranyis mit Löw - und forderte weitere Gespräche, und sogar der ehemalige Leverkusener Manager Reiner Calmund machte sich für den in dieser Saison in der Bundesliga 17 mal erfolgreichen Kuranyi stark: «Lebenslänglich kannst du aufheben.» Kuranyi selbst hofft weiter: «Es liegt nicht in meiner Hand.»
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