Beckenbauer fordert Kuranyi-Comeback
Hamburg (dpa) - 28.03.2010, 21:09 Uhr
Kuranyi spricht 2008 auf einer Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft.
Franz Beckenbauer hat sich für ein Nationalmannschafts-Comeback von Schalkes Toptorjäger Kevin Kuranyi stark gemacht und die Verantwortlichen zum Handeln aufgerufen. «Die Nationalmannschaft 'gehört' uns allen. Wir wollen in Südafrika den vierten Weltmeister-Stern. Dazu brauchen wir jeden Top-Spieler. Auch Kevin Kuranyi», schrieb der «Kaiser» in seiner «Bild»-Kolumne. Die Fußball-Nationalmannschaft sei keine Angelegenheit von ein paar beteiligten Personen, die ein Problem miteinander haben. «Der DFB und die sportliche Leitung sollen sich zusammensetzen und dann wird eine vernünftige Lösung dabei herauskommen», sagte Beckenbauer in der Sendung «Sky 90». Der Ehrenpräsident des FC Bayern München forderte ein Umdenken von Löw und die Rückkehr des derzeit «besten deutschen Stürmers», der mit bisher 17 Saisontreffern die Torjägerliste anführt. «Dieses kategorische Nein hat mich von Anfang an gestört», sagte Beckenbauer. und verurteilte «die lebenslange Sperre». «Lebenslänglich» für einen Fußballer? Diese Strafe erschien mir immer schon für überzogen. Doch jetzt wird sie zu einem Problem für die Nationalelf», kommentierte Beckenbauer in der «Bild». Der Trainerstab des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) und Präsident Dr. Theo Zwanziger sollten sich mit Kuranyi zusammensetzen. «Eine Lösung finden, bei der alle Seiten das Gesicht wahren», so die Fußball-Legende.
Seit Kuranyi am 11. Oktober 2008 eigenmächtig vom Nationalteam geflüchtet war, hat der Schalker Angreifer bei Löw keine Chance mehr. Immer wieder hat der Bundestrainer betont, für den 28-Jährigen gebe es kein Zurück mehr. Es sei «kein Gesichtsverlust», diese Entscheidung zu revidieren, so Beckenbauer, sondern eher ein Zeichen von Größe. «Miroslav Klose und Lukas Podolski sind noch weit von einer WM-Form entfernt. Mario Gomez und Stefan Kießling müssen nach ihren Verletzungen erst einmal wieder Spielpraxis bekommen. In dieser Situation auf den formstärksten Torjäger zu verzichten, ist in meinen Augen falsch», meinte Beckenbauer. Löw hätte «sich nicht so früh festlegen sollen, Kuranyi für alle Zeiten für die Nationalelf zu sperren».
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