Löw mit Rumpfkader in die WM-Vorbereitung
München (dpa) - 25.03.2010, 13:11 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw legt wert auf eine gute WM-Vorbereitung.
Das Pokalfinale zwischen Bayern München und Werder Bremen beschert Joachim Löw den befürchteten personellen Engpass beim Start in die WM-Vorbereitung - die Spekulationen um seine Zukunft und mögliche Nachfolger kann der Bundestrainer dagegen gelassen verfolgen. «Das Thema beschäftigt mich überhaupt nicht, ich lasse mich in keiner Form von meiner vollen Konzentration auf die WM ablenken», sagte Löw im «kicker». Das Fußball-Fachblatt brachte einmal mehr DFB-Sportdirektor Matthias Sammer als logischen Nachfolger für Löw ins Spiel, falls dieser seinen nach der WM auslaufenden Vertrag nicht doch noch verlängern sollte. Löw plagen aktuell andere Probleme: Ohne die für die WM gesetzten Münchner Lahm, Schweinsteiger, Klose, Gomez und Müller sowie die Bremer Wiese, Mertesacker, Özil, Marin und Wackelkandidat Hunt muss er im WM-Testspiel am 13. Mai in Aachen gegen Malta auskommen. Auch zu Beginn des Trainingslagers in Sizilien würden sie fehlen, weil Bayern und Werder am 15. Mai in Berlin um den DFB-Pokal kämpfen.
Die «große Planungsunsicherheit» hatte Löw bei der Gestaltung der am 12. Mai beginnenden WM-Vorbereitung einkalkuliert - gegen Malta droht ihm aber nun sogar der Verzicht auf bis zu 15 Akteure. Im April entscheidet sich, ob Kapitän Michael Ballack mit dem FC Chelsea gegen Aston Villa ins englische Pokal-Halbfinale am 15. Mai einzieht. Zudem könnte der Hamburger SV, der in Marcell Jansen, Piotr Trochowski und Jérome Boateng drei heiße WM-Kandidaten stellt, oder der VfL Wolfsburg mit Marcel Schäfer und Christian Gentner ins Endspiel der Europa League (12. Mai) vorstoßen. Arne Friedrich (Hertha BSC) oder Lukas Podolski (1. FC Köln) könnten zudem mit ihrem Club Platz 16 in der Bundesliga belegen und am 13. und 16. Mai in der Relegation gegen den Tabellendritten der 2. Liga antreten müssen. Löw wird darum seinen Plan verwirklichen müssen, wie schon vor der EM 2008 erneut mehr als 23 Akteure in seinen vorläufigen WM-Kader zu berufen. Vor zwei Jahren nominierte er 26 Spieler und musste am Ende drei streichen. Erst am 5. Juni - einen Tag vor dem Abflug des DFB-Teams nach Südafrika - muss der Bundestrainer sein endgültiges 23-Mann-Aufgebot dem Weltverband benennen. |