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Dauerlösung Müller? - Löw: «Hat das Potenzial»

München (dpa) - 04.03.2010, 13:23 Uhr

Der deutsche Spieler Thomas Müller (l) im Zweikampf an der Eckfahne mit Walter Samuel.
Der deutsche Spieler Thomas Müller (l) im Zweikampf an der Eckfahne mit Walter Samuel.

München (dpa) - Als er in der Mixed-Zone gebeten wurde, einen Schritt zurückzutreten, reagierte Thomas Müller mit leichter Verwunderung. Bei seinem Debüt in der Fußball-Nationalmannschaft hatte der Profi des FC Bayern zuvor fast nur den Vorwärtsgang drin.

Eine Halbzeit lang bot der Außenläufer auf der rechten Seite eine vielversprechende Vorstellung. «Bei Thomas Müller hatte ich nicht das Gefühl, dass er nervös ist», sagte Bundestrainer Joachim Löw über den 33. Neuling in seiner Ära. Und erklärte: «Ich glaube schon, dass Müller das Potenzial hat, auf Dauer rechts zu spielen.»

Frech, forsch und ohne Respekt vor den großen Namen der Argentinier legte sich Müller vor der Heimkulisse ins Zeug. «Es war ein tolles Gefühl, das erste Mal dabei zu sein - und das in München», sagte er. Nach nur sechs Sekunden hatte der Bayer seinen ersten Ballkontakt, ein ums andere Mal leitete Müller gute Szenen ein. Ganz im Gegensatz zu Hintermann Jérome Boateng auf dem rechten Verteidigerposten erwies sich Müller als echte Alternative für die rechte Mittelfeldposition, sollte Vereinskollege Bastian Schweinsteiger wie gegen Argentinien in der Spiel-Zentrale bleiben.

«Ich bin natürlich ein bisschen zweigeteilt», sagte Müller nach der mit 0:1 verloren gegangenen Partie in der Münchner Allianz Arena. «Natürlich freut man sich über das Debüt, aber das Ergebnis hätte mehr Gefallen gefunden, wenn es besser gewesen wäre», so der Bayern-Profi, der in der 67. Minute Toni Kroos, einem weiteren Debütanten, Platz machen musste. «Ich glaube, dass ich keinen schlechten Eindruck gemacht habe», meinte Müller. Diese Einschätzung traf vor allem auf die erste Hälfte zu. Nach dem Seitenwechsel konnte auch er kaum mehr Akzente setzen in einer insgesamt enttäuschenden deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Nicht nur der 1,86 Meter große Schlaks selbst hofft freilich, auf den WM-Zug aufspringen zu können. Auch beim FC Bayern drücken sie ihrem 20 Jahre alten Talent die Daumen, das bislang als einer der wenigen Akteure des Rekordmeisters fast alle Spiele in der laufenden Saison bestritten hat. «Das kostet natürlich Kraft. Aber wenn Müller nach Südafrika fährt, ist das auch eine Auszeichnung für unsere Nachwuchsarbeit», sagte Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge.


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