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WM-Prämien: Schnelle Einigung in Sicht - Teure WM

München (dpa) - 02.03.2010, 15:42 Uhr

Im Erfolgsfall wollen die WM-Kicker um Michael Ballack (l) auch finanziell gewinnen.
Im Erfolgsfall wollen die WM-Kicker um Michael Ballack (l) auch finanziell gewinnen.

Kein Ergebnis nach der ersten Runde auf dem Tisch, aber eine schnelle Einigung in Sicht: Den weiteren Verhandlungen um die WM-Prämien für Deutschlands Elite-Fußballer sehen beide Seiten gelassen entgegen.

«Wer sagt denn, dass wir weit entfernt sind? Wir werden schon eine Lösung finden», sagte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack in München. Generalsekretär Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) betonte: «Hier wird überhaupt gar nicht gepokert, überhaupt nichts ausgereizt.»

Niersbach lobte die Einstellung der Nationalspieler im Kontext der ohnehin recht kostspieligen Titelmission des Verbandes und unterstrich zugleich die wirtschaftliche Bedeutung der «Lokomotive» Nationalmannschaft. «Ich denke, dass wir relativ schnell ein Ergebnis verkünden können», sagte er.

Wie die Zusatzzahlung für die WM in Südafrika aussehen könnte, hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger bereits angedeutet. So soll es für die 23 WM-Fahrer und den Trainerstab wie bei den vergangenen Turnieren stark leistungsbezogene Prämien geben. Möglicherweise würden also bei der WM-Endrunde vom 11. Juni bis 11. Juli erst vom Viertelfinale an Prämien ausgeschüttet werden. Als Titelbonus sind je 250 000 Euro für die 23 WM-Spieler und die Trainer im Gespräch. Vor der WM 2006 im eigenen Land hatte der DFB die bisherige Titel- Rekordprämie von je 300 000 Euro ausgelobt.

Der Spielerrat und die Mannschaft seien so eingestellt, dass sie alle Aspekte, die bei einem WM-Haushalt eine Rolle spielen, auch berücksichtigen würden, erklärte Niersbach. Im Klartext heißt das wohl: Überzogen sind die Forderungen der Profis nicht. Der DFB- Generalsekretär bezeichnete die Einstellung als «wohltuend». Er sehe den weiteren Gesprächen entspannt entgegen.


Gutes Haushalten ist bei der WM in Südafrika allerdings auch vonnöten. Für das Projekt «WM-Titelgewinn 2010» wird der Verband bis zu 20 Millionen Euro ausgeben. Demgegenüber stünden im Maximalfall, sprich Titelgewinn, 22,1 Millionen Euro Antritts- und Erfolgsprämie durch den Weltverband FIFA. «Das heißt, die WM-Teilnahme wird in keinem Fall einen großen wirtschaftlichen Gewinn bringen, weil für uns eben auch die Ausgabensituation sehr hoch ist», sagte Niersbach am Dienstag in einem Interview auf der DFB-Homepage.

Die Ausgaben schließen Reisekosten, Unterkünfte, Honorare für die medizinische Abteilung sowie Prämien für Spieler und Trainer mit ein. Der DFB-Tross, der am 6. Juni zum WM-Abenteuer ins Stammquartier «Vélmore» bei Pretoria aufbricht, umfasst mehr als 40 Personen. Die Delegation wird von Zwanziger angeführt. Zudem gehören Liga-Chef Reinhard Rauball, Peter Peters, Vizepräsident des Liga-Verbandes, Ehrenspielführer Uwe Seeler und Niersbach der offiziellen Verbands- Abordnung an. Beim zweiten und dritten Gruppenspiel der DFB-Auswahl gegen Serbien und Ghana soll das komplette DFB-Präsidium dabei sein. Zum WM-Auftakt tritt Deutschland am 13. Juni in Durban gegen Australien an.

Die Anzahl der deutschen Fans dagegen wird sich in Südafrika in Grenzen halten. Über die Internet-Plattformen der teilnehmenden Verbände sind etwa 800 Tickets für jedes der drei deutschen Gruppenspiele abgesetzt worden. «Daneben hat der DFB jeweils 400 Karten für seinen eigenen Bedarf gekauft», informierte Niersbach. Über das frei zugängliche Internet-Portal der FIFA, wo alle 64 Spiele angeboten werden, seien laut Niersbach rund 35 000 Tickets aus Deutschland gebucht worden.

Der Generalsekretär sieht vor allem in den hohen Kosten den Grund für den bisher schwachen Ticket-Verkauf für die deutschen Partien: «Von den vier lizenzierten Reisebüros wird die billigste Reise zum Besuch eines einzigen Vorrundenspiels für zwischen 3000 und 3500 Euro angeboten. Nur, um zum Beispiel Deutschland gegen Australien zu sehen.» Das Kostenargument sei «weitaus gravierender» als der immer wieder thematisierte Punkt der Sicherheit im Kap-Staat, so Niersbach.

Der DFB hat in großen afrikanischen Zeitungen Anzeigen geschaltet, über die der WM-Gastgeber von 2006 dem WM-Land 2010 die besten Wünsche übermittelt, «jetzt den WM-Traum zu leben. Genießt die Vorfreude - trotz der Aufgeregtheiten, die es bestimmt im unmittelbaren Vorfeld der WM auch diesmal noch geben wird», riet Niersbach, der Vizepräsident des WM-Organisationskomitees 2006, den Südafrikanern.

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