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Maradona: Keine Revanche - «Will neue WM-Helden»

München (dpa) - 02.03.2010, 12:59 Uhr

Diego Maradona spricht in München zu Journalisten.
Diego Maradona spricht in München zu Journalisten.

München (dpa) - Diego Maradona will von einer Revanche fürs argentinische WM-Aus 2006 nichts wissen. Die «Hand Gottes» hat Größeres vor und blickt vor dem Härtetest gegen die deutsche Nationalmannschaft schon voraus: «Ich glaube, dass wir die Geschichte von 1986 mit neuen Helden wiederholen können.»

Das Funkeln in den Augen seiner Fußballer habe er schon wahrgenommen, 80 Prozent seines Kaders stehen fest. Das Duell am 3. März in München dürfte nach der nur mühsam geschafften WM-Qualifikation gleichwohl die Nagelprobe für den umstrittenen Coach und sein Team sein. «Deutschland will gewinnen, wir wollen gewinnen - das wird ein spektakuläres Spiel», prophezeite Maradona.

Ein ganz eigenes Spektakel war bereits die Pressekonferenz im noblen Teamhotel der Argentinier. Nachdem Maradona schon mit Zigarre beim ersten morgendlichen Training gesichtet worden war, ließ er die große Medienschar am 1. März erstmal warten. «Ich muss mich entschuldigen, dass es später geworden ist, wir sind später vom Training zurückgekommen und ich habe erst noch geduscht», erklärte Maradona. Und die beiden Brillanten an seinen Ohren funkelten im Blitzlichtgewitter.

Glanz will der Weltmeister-Kicker von 1986 mit seinen legendären Auftritten (Hand-Gottes-Tor und Sensationssolo gegen England) dem argentinischen Fußball wieder verleihen. «Ich will neue Helden, ich möchte nach 24 Jahren den Pokal wieder mit nach Argentinien bringen», betonte Maradona, der einen gut aufgelegten Eindruck machte und sich zum ein oder anderen Scherz hinreißen ließ.

Gegen Deutschland wird es in der Allianz-Arena aber ernst. Genaue Einblicke gab der 49-Jährige nicht. Immerhin deutete er an, dass er ohne Gonzalo Higuain im Sturm anfangen könnte. Der Angreifer, der sich zuletzt beim 5:1-Sieg von Real Madrid auf Teneriffa mit zwei Toren warmgeschossen hatte, ist angeschlagen. Für ihn könnte Diego Milito von Inter Mailand neben Weltfußballer Lionel Messi das Sturmduo bilden.


«Ich kann nichts genaues sagen», antwortete Maradona auf die Frage, ob er mit zwei oder drei Stürmern in die Partie gehen werde. Die Stärken des Gegners sieht er in den «deutschen Tugenden». Man müsse Respekt haben, «sie kämpfen bis zur letzten Minute». Michael Ballack und Lukas Podolski nannte er namentlich. Und die Schwächen? «Werden wir während des Spiels feststellen», erklärte Maradona.

Sicher ist sich Maradona jedenfalls, dass das argentinische Volk hinter ihm und seiner Mannschaft bei der WM-Mission steht. «Wenn es nach den argentinischen Journalisten ginge, sollten wir Letzte werden, aber das argentinische Volk gibt mir die Kraft», meinte der «Gaucho»-Coach, der seit seinem Amtsantritt im Oktober 2008 im Fokus und in der Kritik steht. Seitdem berief er die stolze Anzahl von 102 Spielern, zudem gelang die Qualifikation für das Endrundenturnier vom 11. Juni bis 11. Juli in Südafrika nur knapp.

Ebenso interessant scheint Maradonas Spielphilosophie, mit der er Argentinien den dritten WM-Titel bescheren will. Eine Mischung von Cesar Luis Menotti 1978 und Carlos Bilardo 1986, gab Maradona zu Protokoll und posierte bereitwillig für die Fotografen mit einem großen Wimpel mit der Aufschrift: «Grande Diego».

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