Die ersten Torwarthandschuhe bekam René Adler mit sechs Jahren, mit 15 landete er bei Bayer Leverkusen - nun ist der gebürtige Leipziger die erklärte Nummer 1.
Angst vor den großen Namen der deutschen Torwarttradition hat der ruhige und stets besonnen wirkende Keeper aber nicht. Eine Herausforderung sei es, besonderen Druck aber empfinde er nicht. «Ich arbeite daran, dass ich auch mal ein großer Name werde», kündigte er in München an. Dabei wirkte Adler weder aufgeregt noch aufgewühlt. So ist er einfach. Ehrgeizig, zielstrebig, fokussiert. Aber keiner für die großen Eskapaden in der Öffentlichkeit.
«Wie jedes Kind hat René Träume. Aber er will keine Feuer löschen, Gangster fangen oder fremde Planeten erkunden», heißt es auf seiner Homepage. «René will die Bälle aus dem Winkel holen.» Gesagt, getan. Nach Adlers fußballerischen Anfängen in Leipzig zieht er ins Rheinland. Und wird zum «Steckenpferd» von Bayers Torwart-Legende Rüdiger Vollborn. Adler zieht sogar bei Familie Vollborn ein, lebt im ausgebauten Dachgeschoss und bereitet sich so neben dem bestandenen Abitur auch auf seine Karriere als künftiger Nationalkeeper vor.
Am 11. Oktober 2008 war es dann soweit, gerade mal anderthalb Jahre nach seiner ersten Partie in der Bayer-Startformation am 25. Februar 2007. Adler hütete das deutsche Tor, sein glänzendes Debüt endete erfolgreich mit einem 2:1-Sieg über Russland. Sieben weitere Spiele folgten, eines davon gegen England allerdings nur über eine Halbzeit. Mit nicht einmal 700 Minuten im Tor der deutschen Nationalmannschaft erfüllte sich Adler einen Riesentraum. Sein bis dato letzter Auftritt - ebenfalls gegen Russland - sicherte ihm den Vorzug gegenüber Manuel Neuer und Tim Wiese.
Adlers Höhenflug verlief aber nicht ohne Rückschläge. Seine EM- Teilnahme 2006 mit der U-21-Auswahl musste er wegen einer Rippenverletzung absagen. Vor seinem geplanten Debüt mit der A- Nationalmannschaft im August 2008 stoppte Adler eine Schulterverletzung. Bis und in Südafrika soll ihn nichts mehr aufhalten.