Watzke übt Kritik an DFB und Löw: «Grotesk»
Dortmund (dpa) - 12.02.2010, 16:23 Uhr
Hans-Joachim nimmt 2008 an der Hauptversammlung des BVB teil.
Hans-Joachim Watzke hat Kritik an den öffentlich gewordenen Vertragsverhandlungen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Bundestrainer Joachim Löw geübt. «Das ist nicht nur eine Kommunikationskrise, sondern eine handfeste Krise. Die Beteiligten haben sich in den vergangenen Tagen kein Ruhmesblatt ausgestellt», sagte der Geschäftsführer des Bundesligisten Borussia Dortmund in einem Interview der «Ruhr Nachrichten». Vor allem die Äußerungen von Löw zu Oliver Bierhoff sorgten bei Watzke für Befremden: «Löw ist ein klasse Bundestrainer. Aber da sind ein paar Dinge, die verstehe ich nicht. Er hat zum Beispiel gerade erst wieder untermauert, Bierhoff sei sein - ich zitiere - "wichtigster Mitarbeiter". Entschuldigung, Oliver Bierhoff sitzt im DFB-Präsidium, er ist als Manager für die Nationalmannschaft zuständig. Wie kann er dann ein Mitarbeiter des Trainers Löw sein? Da stimmt doch in der ganzen Struktur etwas Elementares nicht.»
Es sei bedenklich, dass Bierhoff Vertragsgespräche im Sinne von Löw führe. «Und das, obwohl er im Präsidium sitzt und für die finanziellen Belange des Nationalteams verantwortlich zeichnet. Das wäre ja so, als würde ich mit unserem Sportdirektor Michael Zorc zusammensitzen und Zorc würde im Namen von Jürgen Klopp die Verhandlungen über einen neuen, besser dotierten Vertrag des Trainers mit mir führen. Das wäre doch grotesk», befand Watzke. Watzke empfahl ein Nachdenken über strukturelle Veränderung: «Aus meiner Sicht wäre der DFB gut beraten, das Präsidium deutlich zu verschlanken. Es kann doch nicht sein, dass immer 15, 16 Leute involviert sind, wenn es wichtige Entscheidungen zu erörtern gibt. So muss sich niemand wundern, dass viele Dinge in der Öffentlichkeit ausgetragen werden.»
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