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Joachim Löw: «Vor den Kopf gestoßen»

Warschau (dpa) - 07.02.2010, 09:40 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw stellt sich bei einer DFB-Veranstaltung den Fragen der Journalisten.
Bundestrainer Joachim Löw stellt sich bei einer DFB-Veranstaltung den Fragen der Journalisten.

Rund um die geplatzten Verhandlungen von Bundestrainer Joachim Löw über eine Vertragsverlängerung bis 2012 hat es viele Irritationen und Differenzen gegeben.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, versuchte am Rande der EM-Qualifikationsauslosung in Warschau die Lage zu entspannen. Der Bundestrainer stellt sich den Fragen zur aktuellen Situation.

Wie gefährlich sehen Sie die Situation für die deutsche Nationalmannschaft vor allem für das Unternehmen WM?

Löw: «Wichtig ist, dass man nun eine gewisse Ruhe einkehren lässt und sich auf die WM konzentriert. Vielleicht wird es Nebengeräusche geben. Aber wir lassen uns jetzt nicht davon beeinflussen, was passiert ist. Die WM ist jetzt das Allerwichtigste. Ab Montag gibt es einen Workshop mit unseren Trainern, da geht es noch einmal um die komplette Vorbereitung. Das zählt.»

Trotzdem ist viel Vertrauen verspielt worden, es gab heftige Vorwürfe, es gab Indiskretionen. Wie betroffen sind Sie?


Löw: «Ich habe darüber kurz mit dem Präsidenten gesprochen. Es gab sicher Irritationen und Interpretationen. Für Oliver Bierhoff gab es von uns für die Vertragsverhandlungen den Auftrag, ein paar Dinge zusammenzufassen. Das ist ganz legitim. Es ist unser Recht, die eine oder andere Forderung zu stellen. Wer uns kennt, der weiß, dass wir keine Macht- oder Geldgier haben, es geht uns um andere Dinge wie die Entwicklung der Mannschaft. Was mich persönlich irritiert, ist, dass manche Dinge an die Öffentlichkeit gekommen sind, die intern am Tisch besprochen wurden. Ich fühlte mich wie vor den Kopf gestoßen.»

Haben Sie nach diesen Dingen noch immer den festen Willen und die Überzeugung, nach der WM als Bundestrainer weitermachen zu wollen?

Löw: «Das muss man mal sehen, ob wir dann noch gefragt werden und ob wir auch zu Gesprächen bereit sind. Wir hätten uns alles schon anders vorgestellt und auch gewünscht, es kam aber eben nicht dazu. Das akzeptieren wir jetzt. Und damit kann ich hervorragend leben. Unsere ganze Konzentration gilt jetzt der WM-Vorbereitung. Wir bereiten uns so vor, wie wir es auch unter anderen Umständen gemacht hätten, mit hundert Prozent, mit aller Intensität.»

Für Oliver Bierhoff gab es viel Kritik. Bleibt es dabei, dass es eine Verlängerung von Ihnen nur im Paket mit Bierhoff gibt?

Löw: «Selbstverständlich. Oliver gehört zu unserem Team.»

Von Jens Mende, dpa

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