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0:1 gegen Ägypten: Aber Yeboah lobt «junge Garde»

Hamburg (dpa) - 31.01.2010, 22:30 Uhr

Matchwinner Asamoah Gyam sichert Ghana den Sieg im Halbfinale des Afrika Cups.
Matchwinner Asamoah Gyam sichert Ghana den Sieg im Halbfinale des Afrika Cups.

Deutschlands Fußball-Nationalspieler sind nach Ghanas forschen Auftritten beim Afrika Cup in Angola gewarnt. Zwar verloren die «Black Stars» das Endspiel des Kontinental-Turniers gegen das favorisierte Team aus Ägypten mit 0:1 (0:0).

Doch nach dem Ausfall einer nahezu kompletten Elf hielt sich das durch hoffnungsvolle Jungstars verstärkte Team wacker. Erst im Finale stoppten die nach ihrem WM-Aus hochmotivierten Ägypter um den Dortmunder Mohamed Zidan die wackeren Ghanaer, die am 23. Juni in Johannesburg dritter und letzter Vorrunden-Widersacher der DFB- Auswahl sind. In einem spannenden, aber nicht hochklassigen Finale erzielte der eingewechselte Mohamed Gedo in Luanda fünf Minuten vor dem Ende den Siegtreffer für die «Pharaonen» (85.). Damit hat Ägypten zum dritten Mal nacheinander den Afrika-Cup gewonnen und mit dem insgesamt siebten Titel als erstes Team den Hattrick bei dem Kontinental-Wettbewerb perfekt gemacht.

Schon vor der überraschenden Final-Teilnahme hatte Anthony Yeboah den Stolz auf seine Nachfolger im Nationalteam zum Ausdruck gebracht. «Wenn man die jungen Spieler sieht, dann kann man erkennen, dass sie sehr ambitioniert sind. Sie sind schon sehr weit und haben eine Menge Selbstvertrauen», lobte der Ex-Profi von Eintracht Frankfurt und des Hamburger SV die nach dem Ausfall von zahlreichen Stammkräften mit mehreren U 20-Weltmeistern verstärkte «junge Garde» des deutschen Gruppen-Gegners. Mit 1:0-Siegen im Viertel- und Semifinale über Gastgeber Angola und Top-Favorit Nigeria hatte die Auswahl von Coach Milovan Rajevac erstmals seit 1992 wieder das Finale erreicht.

Allerdings stellte Ghanas serbischer Nationaltrainer klar, dass beim ersten WM-Championat auf afrikanischem Boden ein ganz anderes Team auflaufen wird. Der aktuelle Afrika-Cup-Kader habe mit dem Aufgebot bei der vom 11. Juni bis 11. Juli andauernden WM-Endrunde in Südafrika «wenig zu tun», sagte der Serbe der «Welt am Sonntag» in einem Interview. «Uns fehlen wegen Verletzungen zehn etablierte Spieler, darunter so wichtige Stammspieler wie Stephen Appiah, der in Bologna spielt, und Michel Essien vom FC Chelsea. Aber Ghana hat die letzte U 20-WM in Ägypten gewonnen, wir haben viele talentierte Spieler», meinte der Coach mit Zuversicht im Blick nach vorn.

Grundsätzlich glaubt er, dass Afrikas WM-Starter (neben Ghana die Elfenbeinküste, Nigeria, Algerien, Kamerun und Gastgeber Südafrika) wegen des Heimvorteils beste Aussichten haben, ihren Kontinent gut zu vertreten. «Es wird eine große Rolle spielen, dass dieses Turnier auf afrikanischem Boden stattfindet, das ist ein großer Vorteil», meinte Rajevac. Da mit jedem großen Turnier der Anteil an bei europäischen Top-Clubs beschäftigten afrikanischen Akteuren höher werde, die ein hohes Maß Professionalität mitbringen, traut der Serbe einem Vertreter des Schwarzen Kontinents gar den ganz großen Wurf zu: «Bei dieser WM ist alles möglich - sogar ein afrikanischer Weltmeister.»

Von der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat der Serbe nach wie vor eine hohe Meinung. «Wenn man in der Fußball-Branche Deutschland sagt, ist der Respekt immer groß», urteilte der 56 Jahre alte Trainer. «Sie haben immer zu den besten Teams gehört, und gegen Deutschland ist es noch immer schwer zu spielen.»


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