Rückendeckung aus der Bundesliga für Löw-Lehrgang
Hamburg (dpa) - 23.01.2010, 14:17 Uhr
Bundestrainer Löw wird von den Trainern der ersten Liga vor Kritik in Schutz genommen.
Hamburg (dpa) - Nach der heftigen Kritik von Bayern-Trainer Louis van Gaal am mehrtägigen Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft hat Bundestrainer Joachim Löw Unterstützung aus der Fußball-Bundesliga erhalten. «Das sollte für die Liga kein Problem sein. Wir stehen vor einer WM, da müssen die Fitness-Tests sein», sagte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes der «Bild». Auch von Hoffenheims Coach Ralf Rangnick und Hannovers neuem Trainer Mirko Slomka bekam Löw Rückendeckung. «Wenn die Nationalmannschaft den Leistungstest nicht machen würde und dann funktioniert es bei der WM nicht, würden alle fragen, warum die nichts getan haben. Die Nationalmannschaft ist wichtig», kommentierte Slomka. Rangnick nahm es gelassen: «Es sind ja nur zwei, drei Tage, und andere Vereine sind auch betroffen.» Van Gaal hatte den DFB-Termin als «Wahnsinn» bezeichnet. «Ich denke, dass es Wahnsinn ist. Wir bezahlen die Spieler. Vier Tage - das ist nicht normal. Ich muss auch ein Spiel vorbereiten», polterte der Niederländer, «wir können die Werte doch auch liefern. Ich habe so etwas noch nie erlebt.» Löw versammelt in Sindelfingen seinen erweiterten Spielerkreis für die WM zu einem Leistungstest und Werbeaufnahmen der DFB-Sponsoren. Am 25. Januar trifft sich Löw mit den Bundesliga-Coaches zur Trainertagung. Dabei wird van Gaal von seinem Assistenten Hermann Gerland vertreten.
Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hatten van Gaals Äußerungen mit Unverständnis zurückgewiesen. «Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. Dieser Termin wurde langfristig mit der DFL und den Bundesliga-Vereinen abgestimmt. Von Bayern München war zuletzt Manager Christian Nerlinger unser Ansprechpartner», sagte Löw. Man nehme zudem Rücksicht auf die körperliche Verfassung der Spieler. Für Bierhoff hat die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Verantwortung, eine gute WM zu spielen. Auch Chefmediziner Tim Meyer fand deutliche Worte für die Schelte an den DFB-Methoden. «Lassen wir doch die Kirche im Dorf. Auch die Kritiker der Tests werden eingestehen müssen, dass da nichts Schlimmes passiert, auch wenn sie selbst ein anderes Vorgehen favorisieren mögen. Das heißt, Tests führen zu keinen Schäden, die nicht auch im täglichen Trainingsbetrieb möglich wären», sagte Meyer. |