Löw: Gespräch über Ballacks Zukunft erst nach WM
Hamburg (dpa) - 20.01.2010, 11:53 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw steht mit Kapitän Michael Ballack auf dem Trainingsplatz.
Joachim Löw will sich erst nach der WM in Südafrika mit Michael Ballack über dessen Zukunft in der Fußball-Nationalmannschaft unterhalten. «Wir werden nach der WM konkret besprechen, wie es mit ihm weitergeht», sagte der Bundestrainer in einem Interview. Löw sieht seinen Kapitän noch nicht am Ende der internationalen Karriere. «Michael Ballack kann sicherlich noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen, aber letztendlich muss er bereit sein, die Belastungen auf sich zu nehmen», sagte der DFB-Chefcoach der «Sport Bild». Gradmesser wird für Löw dabei auch das Turnier in Südafrika sein. «Erst mal müssen wir sehen, wie die WM 2010 läuft» sagte er. Ballack hatte bislang lediglich bestätigt, dass er noch nicht an ein Ende seiner Club-Karriere beim FC Chelsea denkt. Im DFB-Team hat der 33-Jährige an zwei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften teilgenommen. Bislang spielte er 97 Mal für Deutschland. Seinen 100. Länderspiel-Einsatz könnte er somit im WM-Vorbereitungsspiel am 29. Mai in Budapest gegen Ungarn bestreiten.
Mit Mesut Özil will Löw hingegen schon vor dem Jahreshöhepunkt sprechen. Der Jungstar von Werder Bremen erwägt einen Wechsel zu einem Topclub im Ausland. «Einen Konzentrationsverlust fürchte ich nicht bei ihm, er will eine gute WM spielen», sagte Löw. Für das WM-Trainingslager schließt der Bundestrainer nicht aus, seinen Betreuerstab zu erweitern. Unter normalen Umständen reichten fünf Trainer und Psychologe Hans-Dieter Hermann aus. «Wenn wir aber das Gefühl haben, dass wir noch jemanden brauchen, etwa einen dritten Fitnesstrainer, werden wir das in Betracht ziehen», sagte Löw. Angesichts des schleppenden WM-Ticketverkaufs setzt der Bundestrainer auf die spontane Reiselust der Anhänger. «Ich hoffe, dass der Verkauf noch anzieht und sich möglichst viele Fans aus Deutschland kurzfristig entscheiden, schon zur Vorrunde nach Südafrika zu fliegen», sagte er. Der DFB hatte nur 1916 von rund 21 000 möglichen Karten aus seinem Kontingent für die drei Vorrundenpartien gegen Australien, Serbien und Ghana verkauft.
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