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DFB-Arzt Meyer: Angst vor Trainingsintensität

Frankfurt/Main (dpa) - 14.01.2010, 15:48 Uhr

Tim Meyer erklärt 2009 Journalisten den Fitnesstest für die Nationalmannschaft.
Tim Meyer erklärt 2009 Journalisten den Fitnesstest für die Nationalmannschaft.

Über die Vor- und Nachteile der kurzen Winterpause in der Bundesliga rätseln auch die Sportmediziner.

«Wir sind dabei zu evaluieren, ob das einen Effekt hat», sagte Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer am Rande des wissenschaftlichen Fußball-Kongresses «Auf den Spuren der Nationalmannschaft» in Frankfurt/Main. Einerseits würden die Profis weniger erholt in die Rückrunde gehen, andererseits werde der Spielplan dadurch etwas entzerrt.

«Wir wissen nicht, welcher Effekt überwiegt. Vielleicht hebt sich das sogar auf», erklärte Meyer. Der Internist aus Saarbrücken hat für zwei Tage 350 Mannschaftsärzte und Physiotherapeuten aus der 1. und 2. Liga sowie aus der Frauen-Bundesliga und Experten aus dem In- und Ausland versammelt. Trainingsgestaltung, Diagnostik, Anti-Doping, Psychologie, Rehabilitation und Prävention stehen auf der Tagesordnung der Veranstaltung unter dem Dach des Deutschen Fußball- Bundes (DFB).

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die nur vierwöchige Winterpause als Testlauf für diese und die nächste Saison angesetzt. In einer Studie der Universität Saarland, an dessen Sportinstitut Meyer Ärztlicher Direktor ist, soll herausgefunden werden, wie die Belastung für die Spieler ist.

Grundsätzlich ist Meyer der Meinung, dass man im Profifußball intensiver trainieren könnte. «Eine Angst vor Intensität gibt es schon, aber sie ist ein bisschen weniger geworden», meinte er. «Die Frage ist trotzdem, ob mehr dabei herauskommt.» Die hohen Belastungen heutzutage würden auch durch Reisestress und Werbetermine verursacht. «Diese Faktoren spielen eine relativ große Rolle.» Dass Trainer wie Felix Magath bei Schalke 04 außergewöhnlich viel Wert auf Fitness legen, «das klingt danach, als gebe es Reserven.»

Durch das frühe Bundesliga-Ende am 8. Mai erhofft sich Meyer eine bessere Vorbereitung des Nationalteams auf die WM in Südafrika. «Das würde ich positiv sehen.» Falls kein deutscher Spieler im Champions- League-Finale am 22. Mai stehe, könne die DFB-Auswahl komplett die in Südtirol geplante WM-Vorbereitung beginnen.


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