Die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden droht nun vor halbleeren Rängen über die Bühne zu gehen. Denn nicht nur die Deutschen entpuppen sich als Reisemuffel. In vielen Ländern Europas stockt der Karten-Absatz, und andere Fußball-Verbände geben die Zahlen im Gegensatz zum DFB auch umgehend preis. In den Niederlanden wurden 2000 bis 3000 Karten pro Partie veräußert, gerechnet hatte man mit bis zu 10 000 Anhängern. Bei der FIFA liegt nun ein Antrag der Holländer vor, die Teamtickets noch bis zum 31. Januar verkaufen zu dürfen. In der Schweiz wurden 850 Karten verkauft, angeboten wurden 23 600. In Dänemark gingen 1573 Bestellungen ein, 17 260 Karten standen zur Verfügung. Die miesen Zahlen aus Europa sind für Südafrikas WM-Organisatoren nur wenige Tage nach dem blutigen Anschlag beim Afrika Cup in Angola das nächste PR-Desaster. 450 000 WM-Touristen erhoffen sich die stolzen Gastgeber. Zudem hatte Cheforganisator Danny Jordaan erst zum Wochenbeginn nochmals alle Einwohner des Kap-Staates ermuntert, sich Karten für das Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli zu kaufen. Gut drei Millionen gibt es insgesamt. Bislang zeigten die eigentlich fußballbegeisterten Südafrikaner wenig Interesse am eigenen Turnier. In den ersten beiden Verkaufsphasen blieben nur 53,6 Prozent der insgesamt 674 403 verkauften Tickets im Land. Dies liegt auch daran, dass Kartenbestellungen ein halbes Jahr im Voraus in der Regenbogen-Nation unüblich sind. Tickets für nationale Fußballspiele kauft man grundsätzlich an der Tageskasse, die es bei der WM nicht geben wird. Das Problem wurde schon beim Confederations Cup deutlich. Da die Stadien bei der WM-Generalprobe im Sommer 2009 (zu) leer waren, orderten lokale Größen wie der König der Bafokeng nach einer Schelte von FIFA-Präsident Joseph Blatter mehrere Tausend Tickets, die dann kostenfrei an soziale Einrichtungen und Vereine verteilt wurden.
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